Jahrgang 
1936
Einzelbild herunterladen
  

Heute iſt das Gymnaſium über dieſe Aufgabe der Bildung edlen Menſchentums und der ausſchließlichen Entwicklung der geiſtigen Kräfte hinausgewachſen. Es iſt ihm eine große völkiſche Aufgabe, voll Ernſt und Verantwortung, übertragen, das heranwachſende Geſchlecht zu volksbe⸗ wußten, in ihrem Volkstum feſt verwurzelten deutſchen Menſchen zu er⸗ ziehen im Sinne und Geiſt nationalſozialiſtiſcher Weltanſchauung nach dem Willen unſeres großen Führers Adolf Hitler.

Die letzten 50 Jahre

(1886 1936) Von Oberstudienrat Dr. Ruhl.

Als das Gymnaſium auf zwei Jahrhunderte ſeines Beſtehens zu⸗ rückblicken konnte, hatte es auch einen gewiſſen Abſchluß ſeiner Entwick⸗ lung erreicht. Schrittweiſe hatte ſich der Ausbau zu dem uns wohlver⸗ trauten Organismus vollzogen, und nachdem durch die ſeit 1877 erſchei⸗ nenden amtlichen Lehrpläne bei aller Freiheit im einzelnen eine gewiſſe uniforme Geſtaltung des Unterrichts im ganzen Lande herbeigeführt worden war, beſtand für die einzelne Anſtalt kaum mehr eine Möglich⸗ keit, durch irgendwelche Sonderſtellung oder Sonderleiſtung aufzufallen.

Das ſchloß natürlich nicht aus, daß Perſönlichkeiten wie die des be⸗ kannten Gießener Pädagogen H. Schiller und ſeines Schülers P. Dett⸗ weiler, der das Bensheimer Gymnaſium von 18901897 leitete, einer Schule vorübergehend eine ſtärkere eigene Note verliehen; aber die An⸗ regungen, die von der Arbeit ſolcher Männer ausgingen, und die, wie man in den Jahresberichten und ihren Beilagen verfolgen kann, einer geſteigerten Fürſorge für die Geſundheit der Jugend entſprangen(auch die Maßregeln zur Verhütung der Ueberbürdung gehören hierher), oder die Fragen der unmittelbaren Unterrichtstätigkeit galten(z. B.Freie Arbeiten, Konzentrationsidee) ſind doch immer wieder für alle heſ⸗ ſiſchen Lehranſtalten richtunggebend geworden.

3 In der Geſchichte des deutſchen Bildungsweſens brachten die Aus⸗ einanderſetzungen ſeit Beginn der 90 er Jahre des vorigen Jahrhunderts dem Gymnaſium eine willkommene Klärung ſeiner Lage und ſeiner Auf⸗ babe. Durch die grundſätzliche Anerkennung der Gleichwertigkeit der

35