Jahrgang 
1936
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nur im Sommer wurdeAnleitung zum Turnen gegeben. Von 1859 wurde mit einigen ganz kurzen Unterbrechungen bis zum Jahre 1874 überhaupt kein Turnunterricht erteilt; ſelbſt von da an mußte er häufig ausgeſetzt werdenwegen Mangels eines geeigneten Lokales. Erſt der Bau einer Turnhalle im Jahre 1882 machte die dauernde Einführung des Turnunterrichts möglich.

Die Jahresberichte vom Jahre 1861 an laſſen deut⸗ lich eine Steigerung im Umfange der durchgenommenen Lehrſtoffe er⸗ kennen. Nach dieſem Jahresbericht behandelte der 3⸗ſtündige Deutſch⸗ unterricht in Prima die Erklärung deutſcher Muſterſtücke von Klop⸗ ſtock, Schiller und Goethe und ausgewählter Oden Klopſtocks und im Jahre 1872 die Geſchichte der deutſchen Literatur von den Meiſterſin⸗ gern bis zum Tode Goethes, lyriſche Gedichte Klopſtocks und Schillers und denWallenſtein. Der Geſchichtsunterrichtſchloß 1861 mit der Mitte des 18. Jahrhunderts ab und 1872 mit dem Wiener Kongreß. In den alten Sprachen muchs allmählich die Zahl der für die Lek⸗ türe geeigneten Schriftſteller, und in den 70er Jahren erreichte dieſer Unterricht eine ſtarke Annäherung an den heute noch beſtehenden Lek⸗ türekanon. Ueberſetzungen aus dem Deutſchen ins Griechiſche, lateiniſche Aufſätze und Stilübungen nahmen einen nicht geringen Teil der Unter⸗ richtszeit in Anſpruch; heute ſind unſere Schüler dieſer Forderung glück⸗ licherweiſe enthoben. Die ſeit 1877 erſcheinenden amtlichen Lehrpläne ordnen bei aller Freiheit im einzelnen eine gewiſſe einheitliche Unter⸗ richtsgeſtaltung an.

Der Schluß des Schuljahres wurde nach einem Konfe⸗ renzbeſchluß vom Jahre 1851 auf Oſtern verlegt; aber ſchon einige Jahre ſpäter kehrte man zur alten Ordnung zurück, wonach das Schul⸗ jahr Ende September ſchloß und das neue nach Allerheiligen begann. Immer wieder treten im Beginn und Schluß eines Schuljahres Ver⸗ ſchiebungen ein, bis er durch eine Verfügung des Miniſteriums vom November 1884 endgültig auf Oſtern feſtgeſetzt wurde.

Mit dem 1. Januar 1878 wurde eine beſondere Gymnaſial⸗ kaſſe, getrennt von dem Benefiziat⸗ und Schulfonds, eingerichtet.

In dem zu Ende gehenden 2. Jahrhundert des Beſtehens unſeres Gymnaſiums iſt das Jahr 1882 von beſonderer Bedeutung. Für die zunehmende Schülerzahl war das alte Schulhaus zu eng geworden; ein Neubauwmar erforderlich. Die Mittel hierfür bewilligten die heſſiſchen

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