jede 2 Jahre umfaßte. Im Schuljahr 1863/64 wurde der erſte Jahrgang der Quarta als Quinta abgetrennt; 1867/68 erſcheint das Gymnaſium in Anlehnung an preußiſches Muſter zum erſtenmal mit 6 Klaſſen: Sexta, Quinta, Quarta, Tertia mit 1⸗jähr. und Sekunda und Prima mit zweijähriger Dauer; aber immer waren 2 Jahrgänge zu gemeinſamem Unterricht vereinigt, ſodaß tatſächlich nur 4 Klaſſen mit je 2 jähriger Dauer beſtanden. Allmählich erſt erfolgte mit zunehmender Schülerzahl ihre Trennung: 1868 die der Sexta und Quinta, 1873 die der Quarta und Tertia; ſie war für den Erfolg des griechiſchen Unterrichts unaus⸗ bleiblich, da ſchon die Quartaner dieſen Unterricht in 5 Wochenſtunden über ſich ergehen laſſen mußten. 1876 wurde die Tertia in eine Unter⸗ und Obertertia geteilt. Damit war in Anlehnung an die preußiſchen Gymnaſien ein neunjähriger Unterrichtsgang erreicht, wenn auch Sekunda und Prima in den beiden Jahrgängen noch 1 bezw. 2 Jahre unterrichtlich vereinigt waren.
Der Jahresbericht von 1832 nennt als Lehrgegenſtände: Re⸗ ligion, Deutſch, Latein, Griechiſch, Mathematik, Geſchichte, Erdkunde, Poetik, Schreiben und beſtimmt im einzelnen deren Lehrſtoff. Der Deutſche Unterrichtſcheint ſich über die rein grammatiſche Behand⸗ lung der Sprache und Aufſatzübungen kaum erhoben zu haben. Römiſche und griechiſche Geſchichte wurden behandelt, aber in der deutſchen Geſchichte kam man über den 30 jährigen Krieg nicht hinaus. Die Zahl der klaſſiſchen Autoren, beſonders der griechiſchen, war recht be⸗ ſcheiden.— Weſentliche Aenderungen im Lehrplan traten erſt 1851 ein.— Neueingeführt wurden Franzöſiſch mit 3 Wochen⸗ ſtunden in allen 4 Klaſſen, Hebräiſch und Logik mit 2 Stunden in Prima. Der Phyſik wurde 1 Stunde wöchentlich für Sekunda und Prima gemeinſam zugewieſen. Naturgeſchichte, die ſchon im Studienplan von 1804 vorgeſchrieben war, wurde in 1 Wochenſtunde in Sexta und Quinta behandelt. Auch der Zeichenunterricht er⸗ ſcheint jetzt mit 1 Wochenſtunde für je 2 vereinigte Klaſſen, ebenſo der Geſangsunterricht. Der griechiſche Unterricht wagte ſich an Antigone von Sophokles und die Idyllen des Theokrit; ebenſo begegnen wir erhöhten Anforderungen in Mathematik(Zinſeszinsrechnung, Wahrſcheinlichkeitsrechnung, binomiſcher Lehrſatz, ebene und ſphäriſche Trigonometrie). Der Turnunterricht erfuhr recht lange eine ſtief⸗ mütterliche Behandlung. Als erſter Turnlehrer wird im Jahresbericht 1851 Heinr. Nohaſcheck genannt; in 4 wöchentlichen Stunden und zwar
31


