Katholiken— nahm den Pfarrer immer ſtärker in Anſpruch; ſeine Dienſt⸗ obliegenheiten als Leiter des Gymnaſiums ſteigerten ſich, beides führte das Heſſ. Miniſterium zur Erkenntnis, daß die Direktion des Gymna⸗ ſiums fernerhin mit dem Pfarramt nicht mehr vereinbar ſei und die Leitung der Schule eine ungeteilte Arbeitskraft erfordere. Dieſer Auf⸗ faſſung trat das biſchöfliche Ordinariat bei; auch der Gemeinderat der Stadt gab ſeine Zuſtimmung, da bei dauernder Vereinigung der bei⸗ den Dienſtgeſchäfte in einer Perſon eine Dienſtpflicht leiden müſſe.
So wurde die ungeteilte Leitung des Gymnaſiums dem Gymnaſiallehrer Joſeph Helm übertragen, der ſchon ſeit dem Ausſcheiden des Direktors Dr. Franz Joſ. Herold im Jahre 1831 die Amtsgeſchäfte führte. Sein Gehalt wurde auf 1000 Gul⸗ den feſtgelegt, von dem die Einkünfte aus der Martinspfründe auf jähr⸗ lich 142 Gulden veranſchlagt wurden. Helm trat erſt 1861 unter Aner⸗ kennung ſeiner langjährigen und treuen Dienſte in den Ruheſtand.
Es war nur eine natürliche Folge der Trennung, daß allmählich auch die weltlichen Lehrer die Mehrzahl im Lehrkörper ausmachten.
Die Schülerzahl, die 1830 nur 48 betrug, ſtieg auch in den folgenden Jahren nur wenig; erſt im Schuljahr 1866/67 wurde die Zahl 100 überſchritten. Von da ab bis 1873 verdoppelte ſich die Schü⸗ lerzahl und erreichte in dieſem Jahre 212. Von 1874—1886 hatte das Schuljahr 1882/83 mit 241 die niedrigſte, 1885/86 mit 316 die höchſte Geſamtziffer.
Die Unterbringung der Schule im Hoſpitalmußte auf die Dauer zu mancherlei Anſtänden und unliebſamen Störungen führen. In dem Protokollbuch heißt es S. 53:„Actum, den 21. November 1814. Weil durch das im vergangenen Schuljahre häufig hier eingekehrte kranke Militär und auch andere Einquartierungen die gewöhnlichen Schulſtu⸗ ben für den Aufenthalt derſelben hinweggenommen und benutzt wurden, die Herren Profeſſoren dadurch genötigt wurden, in ihren eigenen Woh⸗ nungen einſtweilen die Lehrlinge aufzunehmen und den Unterricht zu erteilen, ſo wurden natürlicherweis die Schulzimmer dadurch äußerſt verdorben und unbrauchbar gemacht.“ Der Schulſynod(= Lehrerkonfe⸗ renz) bemühte ſich zwar um Herſtellung der Schulräume und ihre Rück⸗ gabe, aber der Ratſchultheiß entgegnete,„daß wegen den dermaligen noch allda anweſenden fremden Kranken ſowie wegen der alldort errich⸗ teten Militärſchule alle Zimmer im Hoſpital beſetzt ſeien und bei ein⸗
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