ſöhne die Gymnaſien unentgeltlich beſuchen dürfen, aufgehoben. In der Folgezeit erfuhr das Schulgeld wiederholt weitere Steigerungen.— Der Beſuch der Univerſität war nach einer Verfügung in Nr. 3 des Regierungsblattes von 1825 für alle die freigegeben,„die ent⸗ weder alle Klaſſen eines Landesgymnaſiums durchlaufen oder 2 Jahre in der oberſten Klaſſe des Gymnaſiums und unter dieſen wenigſtens ein halbes Jahr auf der oberſten Ordnung der oberſten Klaſſe zugebracht hatten.“ Ohne eine weitere Prüfung erhielt der Schüler von der Direk⸗ tion einen ſogen. Ekxemtionsſchein. Das Muſter eines ſolchen Reifezeugniſſes findet ſich auf der inneren Seite des Einbandes jenes erſten Protokollbuchs und hat folgenden Wortlaut:
N. N. Bensheimensis. Qui gymnasio nostro per duos— per plures annos, per triennium vel... interfuit—— et ab illius disciplina nunc legitime exemtus, altiores scholas frequentandi licentiam obtinuit. Dabam Bensheimii ad strata montana anno.... nomen Praefecti.
I. S.
NB. hic inseruntur studia et scientiae, in quibus praecipue excelluit et operam dedit.....
Erſt 1832 führt die von Du Thil und Trygophorus unterzeichnete Verordnung die förmliche Maturitätsprüfung vor einer beſonderen Kommiſſion ein.
„Zur Beziehung der Univerſität in der Abſicht, ſich zum Staats⸗ dienſte vorzubereiten, iſt eine Maturitätsprüfung erforderlich. Dieſe wird vorgenommen a) mit denen, welche ſogleich nach beendigtem Gym⸗ naſialkurſus von einem Landesgymnaſium abgehen, von der für dieſes Gymnaſium angeordneten Prüfungskommiſſion. b) mit denen, welche nicht von einem Landesgymnaſium abgehen, alſo etwa ein ausländiſches oder ein ſolches nur in früherer Zeit oder nicht wenigſtens zwei Jahre oder gar nicht beſucht und die erforderliche Genehmigung von dem Ober⸗ ſtudienrat erlangt haben, von der von dem Oberſtudienrat anzuord⸗ nenden Prüfungs⸗Kommiſſion.“
Dieſes Jahr 1 8 32 bedeutet einen entſcheidenden Wende⸗ punkt in der Entwicklung des Bensheimer Gymnaſiums. Seine Lei⸗ tung unterſtand bis jetzt einem Direktor, der eigentlich Pfarrer war und dieſes weltliche Amt als onus annexum verwaltete. Die Seelſorge in der größer gewordenen Pfarrei— Bensheim zählte damals 3790
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