Jahrgang 
1936
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Nach Ausweis des erſten Protokollbuchs waren die Fälle, in denen die ſchwerſten Schulſtrafen eintreten mußten, gar nicht ſo ſelten. Und weildie Execution der körperlichen Strafe dem Schuldiener (Synodaldiener) übertragen werden konnte, wurde ein ſolcher im No⸗ vember 1809 angeſtellt, nachdem dem Präfektenein zu dieſem Amte taugliches Subjekt von dem Prof. Forcher vorgeſchlagen worden war.*)

So heißt es z. B. in einem Bericht vom 22. September 1810: Auf geſchehene Anzeige, daß Philipp Schieb aus Fehlheim, Student der 2. Klaſſe, ſich die unverſchämteſten Lügen gegen ſeinen Herrn Präfekten und Dechanten.... erlaubt, wie auch, daß derſelbe an mehreren Orten unter falſchem Vorgeben Geld geliehen und es nach⸗ her durch Spielen auf der Kegelbahn zugebracht habe, ward Beklagter vorgeladen. Derſelbe geſtand bei ſeinem Erſcheinen beide facta ein. Reſolutum: Darauf beſchloß das verſammelte Lehrperſonal, daß Philipp Schieb für dieſesmal mit einer Tracht Schläge durch den Schuldiener beſtraft werden ſollte mit der Warnung, daß bei künftigen ähnlichen Vergehungen er aus der Schule verſtoßen werden würde. Nicht ſelten erfolgte die körperliche Züchtigung in Anweſenheit aller Schüler zum abſchreckenden Beiſpiel. So heißt es in einem Beſchluß vom 27. Februar 1808,daß dem Schüler Phil. Schröder wegen Ungehorſams gegen das Gymnaſium im Beiſein aller Schüler zur Abwarnung derſelben von dem hieſigen Synodaldiener eine Tracht Schläge aufgeladen werde.

Die erſte Schulprogrammbeilage des Bensheimer Gym⸗ naſiums erſchien im Jahre 1825 mit einer Abhandlung des Profeſſors Joſeph Helm:Des Homeros Batrachomyomachie in metriſcher deutſcher Ueberſetzung mit dem Urtexte. Zwei Jahre ſpäter wird das Schulgeld(Didaktrum) eingeführt; es beträgt für die Schüler der Quartanerklaſſe 10, für die anderen Klaſſen 12 Gulden. Die erſte Erhöhung dieſer Schulgeldſätze auf 12 bezw. 15 Gulden trat erſt 1865 ein. Damals wurde auch der bis dahin beſtehende Brauch, daß Lehrer⸗

*) Laut Protokollbuch:Actum, den 21. November 1809. Bei der heutigen Zuſam⸗ menkunft zeigte Herr Profeſſor Forcher an, daß er den Auftrag beſorgt und einen fürs Gymnaſium anzuſtellenden Schuldiener, deſſen Amt darin beſtehen ſoll, das für die Schulen beſtimmte Holsz ſicher nach Hauſe. zu beſorgen, als auch dasſelbe zu ſpalten und zum Verbrennen in den Schulöfen zuzubereiten und zu verwerten, ſodann die Schulen einzuheizen, vom Unrat zu ſäubern und, wenn es erforderlich, auf den Wink der Herren Profeſſoren die Studenten abzuſtrafen, in Accord ge⸗ nommen habe.

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