Jahrgang 
1936
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Lehrer über die Schulzucht wachet und eines jeden Lehrers Warnung das allgemeine Beſte der Schüler wie die Ehre des Gymnaſiums zum Zweck hat.

b)Man erwartet von jedem Schüler, daß er nicht nur gegen ſeine Lehrer, ſondern auch gegen alle Vorgeſetzte, ehrbaren Bürger, beſonders aber gegen Fremde ſich höflich erzeige durch Begrüßung und Abziehung des Hutes oder der Kappe. Welchen Eindruck von einer guten Erzie⸗ hung das höfliche und beſcheidene Betragen auf jedermann, beſonders auf Fremde, macht, weiß jeder, der nur wenig Weltkenntnis beſitzt. Der unartige und unhöfliche Student, er mag es gegen Juden, Türken oder ſonſt jemanden ſein, oder gar auf irgend eine Art beleidigen, ſoll bei jedem Betretungsfalle gezüchtigt werden.

c)Die Schüler ſollen als vernünftige Leute ſich befleißigen, auf den Straßen ordentlich und erzogen, ohne Laufen, Lärmen und Schreien zu gehen; ordentlich und regelmäßig miteinander, ohne die unter dem gemeinen Volke gangbaren ſchlechten Redensarten, zu reden; ſich aller unanſtändigen Spitz⸗ oder Nachnamen und über das alles öffentlichen oder heimlichen Handels mit Büchern und anderen Sachen, welches Ge⸗ legenheit zu häuslichen Diebſtählen oder anderen Lüderlichkeiten gibt, enthalten. Uebertreter dieſer Punkte verdienen eine harte Strafe.

d)Das Werfen mit Schneeballen oder andere Beſchäftigungen mit Schnee, das Schleifen auf dem Eiſe im Winter, das Baden im Som⸗ mer, das Vögelfangen auf dem Hanf⸗ oder Salatſamen in Gärten oder auf den Aeckern zum Nachteil der Eigentümer, vorzüglich aber die Beſu⸗ chung der Wirtshäuſer, das Tanzen und Nachtſchwärmen, das Schießen und Tabakrauchen, die Karten⸗ und Würfelſpiele ſind den Schülern des Gymnaſiums unter ſtrengſter bei vorkommendem Falle bekannt wer⸗ dender Strafe verboten.

e)Gehen ſie aber in die Häuſer ihrer Mitſchüler, ſo mögen ſie ſich angewöhnen, nicht wie ein Trunkenbold ins Wirtshaus zu ſtürzen, ſon⸗ dern an der Türe anzuklopfen, mit entblößtem Haupte den Eltern oder Hausleuten ihres Mitſchülers ihre Höfklichkeit zu bezeigen, mit ihrem Mitſchüler leutſelig zu ſprechen, nichts anzugreifen, was vor Augen liegt, noch auch ſtarr ſich nach allem, was im Zimmer iſt, umzuſehen. Der Wohlanſtand fordert's ſo, und der dagegen Handelnde verdient als unartiger Menſch eine Strafe.

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