Jahrgang 
1936
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Aehnlichkeiten und Verſchiedenheiten der deutſchen und lateiniſchen Sprache in vergleichender Gegenüberſtellung hervorheben. Die Schrift⸗ ſteller werdenſtatariſch oder kurſoriſch geleſen. Der Ausbildung im lateiniſchen Stil wird in den beiden oberen Klaſſen beſondere Pflege zugewandt; lateiniſche Aufſätze werden angefertigt, das Lateinſprechen geübt. Wie haben ſich da doch im Laufe der Zeit die Anſichten ge⸗ wandelt!

Im Lateiniſchen ſind es im weſentlichen die gleichen Schriftſteller, die auch heute noch den Lektüreſtoff abgeben. Bei den griechiſchen Schriftſtellern war man beſcheidener; neben dem Gebrauch einer Chreſto⸗ mathie beſchränkte man ſich auf enophon und Homer. Franzö⸗ ſiſch erſcheint nicht als verpflichtendes Unterrichtsfach, obwohl es vor 1804 gelehrt wurde; ebenſo fehlte jegliche körperliche Ausbil⸗ dung.

Nach allem gewinnt man aus jener Schulordnung von 1804 den Eindruck, daß die Anforderungen an die Schüler nicht gering wa⸗ ren; ſelbſt Ferienaufgeben, die, vor gar nicht langer Zeit noch beliebt, heute verboten ſind, wurden beſonders in den alten Sprachen und Ma⸗ thematik gefordert.

Die Zahlder Lateinſtunden betrug in der Vorbereitungs⸗ klaſſe 14, in den 4 anderen 1112, alſo etwa doppelt ſo viel, als dieſem Fach heute eingeräumt ſind; im Griechiſchen begnügte man ſich mit 3 Stunden, der Hälfte der heutigen Zahl. Die 26 Wochenſtunden der Gymnaſialklaſſen waren ſo verteilt, daß am Montag, Mittwoch, Freitag und Samstag 5, am Dienstag und Donnerstg nur 3 Stunden erteilt wurden; dafür brachten den Nachmittag an dieſen beiden Tagen die Schüler in einem landwirtſchaftlichenInduſtriegarten, einem kleinen Grundſtückan der Raab auf der linken Seite des Lauterbaches, zu; dieſe Stunden gelten der Unterweiſung im Gartenbau und der Erholung.

Die Leiſtungen entſprechen offenbar nicht immer den Forde⸗ rungen der Schulordnung; ſchon 1808 beanſtandete der Kirchen⸗ und Schulrat erhebliche Mängel, die ſich bei der öffentlichen Prüfung im Wiſſensſtand der Schüler ergeben hatten. Die Urſachen für jene unzu⸗ reichenden Leiſtungen lagen, wie das Heſſ. Miniſterium in einer einge⸗ henden Unterſuchung feſtſtellte,in den ungenügenden Vorkenntniſſen und dem nachläſſigen Elementarunterricht beim Uebergang in das Gym⸗

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