Jahrgang 
1936
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Am 3. Februar 1804 benachrichtigte der für Starkenburg einge⸗ ſetzte Heſſ. Kirchen⸗ und Schulrat den Präfekten, daß eine Vermehrung der Lehrkräfte beabſichtigt ſei, und beauftragte ihn, geeignete Lehrper⸗ ſonen vorzuſchlagen. Bald darauf erhielten die Geiſtlichen Capra⸗ ſius Mühlfeld, ehemaliger Auguſtiner in Mainz, und Franz Joſeph Müller, früher am Lehrerſeminar in Worms tätig, ihre Berufung an das Gymnaſium. An ihm wirkten fortan außer dem Prä⸗ fekten, der den geſamten Religionsunterricht erteilte, und dem Rektor der Vorbereitungsklaſſe, 2 Benefiziaten und die beiden neu ernannten Lehrer. Mühlfeld wurde überdies mit der Leitung der Normal⸗ ſchule betraut, aus der 1821 das Lehrerſeminar erwuchs. Erfreulich ſtieg die Schülerzahl; ſie betrug ſchon 1804 über 30 Schüler, im Schuljahr 1827/28 waren es mit Einſchluß der Vorberei⸗ tungsklaſſe ſogar 66.)

So war das alte Schulhaus zu eng geworden; und die Schule wurde in das obere Stockwerk des Hoſpitals ver⸗ legt.*) Wenn, wie ein Bericht aus dem Jahre 1808 feſtſtellt, die Schulzimmer im Hoſpital für die Aufnahme kranker Soldaten freigege⸗ ben werden mußten, hielten die Lehrer den Unterricht in ihrer Woh⸗ nung.

Die Dauer des Gymnaſiallehrgangs umfaßte 5 Jahre; das erſte galt der Vorbereitungsklaſſe, 2 den Grammatikal⸗ klaſſen, 2 den humaniora. Allmählich wurde ſeine Dauer erwei⸗ tert. Nach einem Bericht des Pfarrers Reichert von 1822 war die Vorbereitungszeit auf 3 Jahre ausgedehnt, und nach dem älteſten uns erhaltenen Schulprogramm aus dem Jahre 1825 konnten die Schüler das eigentliche Gymnaſium früheſtens in 6 Jahren durchlaufen; ſie mußten 2 Jahre in Quarta, mindeſtens je ein Jahr in Tertia und Secunda und 2 Jahre in Prima zubringen.

²¹) Die genauen Schülerzahlen von 1808 ab enthält das älteſte Protokollbuch des Gymnaſiums.

) Der frühere Obereinnehmer J. Heckler, der verdienſtliche Herausgeber einer Geſchichte der Stadt B., ſchreibt im Jahre 1855 in einem Aufſatz über das Gym⸗ naſium im Bergſträßer Anzeigeblatt u. a.:Das alte einfache Gymnaſium hielt ſich von 1686 bis 1803, alſo 114 Jahre lang, bis es dann in das Hoſpitalgebäude kam. Wenn 1803 der edle Peter Ritzhaub, der 1515 geſtorben iſt, mit ſeiner vortrefflichen Gattin Gütgen(Judith), die in ihrem Teſtamente Fruchtmagazine für Zeiten der Not verordnet hatten und Arme und Kranke im Hoſpital bewirtet haben wollten, wieder aufgeſtanden wären, ſie hätten wohl das ganze Gymnaſium zu dem Hoſpitaltore hinausgetrieben.

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