Jahrgang 
1936
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ſchule ſich meldenden Zöglingen auch die Anfangsgründe der Fremd⸗ ſprache beizubringen, die ungefähr den Stoff der heutigen Sexta und Quinta umfaßten.

Jene erzbiſchöfliche Verfügung verlangte, daß der Unterricht in einem Hauſe, aber in 2 getrennten Zimmern erteilt werde, ſodaß immer 2 Klaſſen gemeinſamen Unterricht hatten. Die Stadt ließ auf eigene Koſten das Schulhaus erbauen, das mit dem Haus des einen der beiden Benefiziaten unter demſelben Dachſtuhl vereinigt wurde; es ſtand hinter dem Rathaus vor der Kirche; erhalten geblie⸗ ben iſt davon nichts. Nur konnten bei Erdarbeiten vor etwa 40 Jahren die Grundmauern dieſesGymnaſialhäuschens feſtgeſtellt werden; auf Grund von Meſſungen und einer Beſchreibung, die im Archiv der Stadt aufbewahrt wird, läßt ſich ſein Bild wiederherſtellen.

Auch für die Beheizung hatte die Stadt aufzukommen; ſie leiſtete einen Geldbetrag, ſpäter lieferte ſie 36 Raummeter Holz; noch heute erſcheint in der Schulrechnung der Betrag von 293. RM., den die Stadt für Beſchaffung von Brennholz aufwendet.

Ueber die Schülerzahl liegen nähere Angaben kaum vor; an einer Ueberfüllung hat die Lateinſchule nicht gelitten. Wenigſtens be⸗ richtet der Pfarrer und Präfekt Mathias Kalter(1710 1739), es ſeien oft gar keine Lateinſchüler da; daher erſchien dem Rate der Stadt die Beſoldung aus der Martinspfründe als zu hoch für die Tätigkeit des Pfarrers als präfectus ſcholarum.*) Erſt aus dem Jahre 1744 haben wir genauere Zahlen; damals zählte infima 5, ſecunda 7, ſyntaxis keinen und poetica 3 Schüler; im Jahre 1748/49 waren es entſprechend 6, 5, 8, 0. Nach einem Bericht des Geiſtl. Rats Bögner aus dem Jahre 1781 zählte die Lateinſchule 17 Schüler bei 2 500 Einwohnern. Auch in den anderen Jahren mag die Schülerzahl etwa die gleiche ge⸗ weſen ſein. Erſt aus dieſem Viſitationsbericht erfahren wir auch die einzelnen Unterrichtsfächer; danach werden behandelt: in den beiden oberen Klaſſen Glaubenslehre, Griechiſch, Lateiniſch, Franzöſiſch, geiſtliche und weltliche Geſchichte und allgemeine Erdkunde; in den unteren Klaſ⸗ ſen Religion, geiſtliche und weltliche Beredſamkeit, geiſtliche und welt⸗ niche Geſchichte, deutſche und lateiniſche Poeſie, Götterlehre und Erd⸗ unde. 3

²) Er erhielt jetzt aus der Martinspfründe nur 6 Malter Korn und 6 Malter Gerſte; die Beſoldung der beiden Magiſtri umfaßte 300 Gulden, 10 Malter Korn, 5 Malter Gerſte und 1 Fuder Wein.

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