Jahrgang 
1936
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lehrers Dr. Dinges, die in den genannten Programmabhandlungen nie⸗ dergelegt ſind, laſſen es zumindeſt ſehr wahrſcheinlicherſcheinen, daß der 30. Auguſt 1686 als Gründungstag unſeres Gymnaſiums anzuſehen iſt. Weil ein anderer Zeitpunkt urkundlich nicht nachweisbar iſt, darf die Schule daraus wohl das Rechtherleiten, im Jahre 1936 ihr 250 jähriges Be⸗ ſtehen feſtlich zu begehen.

Schon im Jahr 1685 erörterte das Erzbiſchöfl. Generalvikariat in Mainz den Plan der Gründung einer Lateinſchule, und am 30. Auguſt 1686 erließ der Kurfürſt und Erzbiſchof Anſelm Franz von Ingelheim(1679 1695) eine umfangreiche Verordnung, die als Stiftungsurkunde des Bensheimer Gymna⸗ ſiums anzuſehen iſt. Sie beſtimmt, daß die künftigen Inhaber(Alta⸗ riſten) zweier Benefizien der Bensheimer Kirche, die durch Zuſammen⸗ legung älterer Pfründen entſtanden waren,*) nicht nur wöchentlich an einem Werktag eine hl. Meſſe zu leſen, ſondern auch die latei⸗ niſche Schule zuhalten hätten. Beide ſollen ſich in den Un⸗ terricht der 4 vorgeſehenen Klaſſen derart teilen, daß der eine die infima und ſecunda, der andere die ſyntaxis und poetica übernimmt. Mit der Leitung der Schule betraute die erzbiſchöfliche Verordnung den Pfarrer Gerhard Boeſen aus Weſtfalen, der als ſolcher präfectus ſtudiorum heißt. Er führte die Schulaufſicht, hatte wöchentlich die einzelnen Klaſ⸗ ſen zu beſuchen und zu examinieren; für dieſe dienſtlichen Verpflichtun⸗ gen fielen ihm die Einkünfte aus der Martinspfründe zu. Die erſten Lehrer waren die Benefiziaten Theodor Hemelinus, auch Heme⸗ ling genannt(1686 1696) und Nikolaus Meffert(1686 bis 1693).

So trägt unſer Gymnaſium in ſeinen Anfängen einen ſtark kirchlich be⸗ ſtimmten Charakter; die Erinnerung daran iſt bis auf den heutigen Tag wach geblieben in den beiden Benefiziaten ſeit Herbſt 1934 iſt es nur noch einer, die neben ihrem geiſtlichen Amt die Tätigkeit eines ordent⸗ lichen Lehrers ausüben und einen Teil ihrer Beſoldung aus dem ſogen. Benefiziaten⸗ und Schulfonds beziehen. Die Aufnahme in die Latein⸗ ſchule konnte nur nach gründlicher Vorbereitung durch die Elementar⸗ ſchule erfolgen; ihr Lehrer, Rektor genannt, hatte den für die Latein⸗

¹) vergl. dazu E. Seipel. Die Zuſammenlegung der Bensheimer Benefizien auf Seite 5356 dieſer Feſtſchrift.

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