Jahrgang 
1929
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V. Sur Geſchichte der Anſtalt

1. Zu Beginn des Schuljahres am 23. 5. wurde Studienaſſeſſor Langelott an das Gymnaſium und die Oberrealſchule nach Dieburg verſetzt. Studienrat Neher von der Aufbauſchule, dem an unſerer Anſtalt 8 Stunden Mathematik übertragen waren, kam als Studienrat an das Ludwig⸗Georg⸗Gymnaſium nach Darmſtadt. Studien⸗ aſſeſſor Julius wurde mit einer Vertretung am Realgymnaſium in Mainz beauf⸗ tragt. Oberreallehrer Kayſer übernahm 4 Muſikſtunden an der Aufbauſchule. Für die ausſcheidenden Herrn wurden uns neu zugewieſen: als Mathematiker der Stu⸗ dienaſſeſſor Dr. Paul Keſter, als Neuphilologe Studienaſſeſſor Dr. Todt. Stu⸗ dienaſſeſſor Dr. Todt wurde 8 Tage vor Beginn der Sommerferien zur weiteren Aus⸗ bildung im Franzöſiſchen nach dem Ausland beurlaubt. Er kehrte nicht an unſere An⸗ ſtalt zurück, ſondern erhielt einen längeren Urlaub zur Dienſtleiſtung an der deutſchen Schule in Mailand. An ſeine Stelle trat am 22. 8. 1928 der Studienreferendar Sadek. Er verließ uns, nachdem er ſeine Staatsprüfung beſtanden hatte, bereits mit Beginn der Herbſtferien, um eine Studienratsſtelle in Oberſtein⸗Idar zu über⸗ nehmen. Am 15. 10. 1928 wurde an ſeine Stelle der Studienaſſeſſor Dr. Johann Fri edrich Leip von Rimbach i. O. hierher verſetzt.

Studienrat Prof. Dr. Ruhl wurde mit Wirkung vom 1. Oktober 1927 zum Oberſtudienrat ernannt und mit der Vertretung des Direktors beauftragt. Ober⸗ reallehrer Kayſer wurde unter dem gleichen Zeitpunkt zum Muſiklehrer ernannt.

Am 21. 8. erkrankte Studienrat Prof. Goehle und mußte ſich einer ſchweren Operation unterziehen, deren Folgen ihm die Wiederaufnahme ſeines Unterrichts im Winterhalbjahr unmöglich machten. Erfreulicherweiſe dürfen wir hoffen, daß er bei Beginn des neuen Schuljahres vollſtändig erholt zurückkehrt. Die Vertretung über⸗ nahm in vollem Umfang Rektor Mergler, der Leiter des biſchöflichen Konvikts. Auch der evangeliſche Religionslehrer Pfarrer Wagner konnte infolge einer Nerven⸗ entzündung längere Zeit ſeinen Dienſt nicht verſehen. Eine Vertretung war nicht mög⸗ lich, und ſo mußte der Religionsunterricht vom 1. Dezember ab bis Weihnachten ganz ausfallen. Von Weihnachten an war Pfarrer Wagner wieder imſtande, wenigſtens den oberen Klaſſen von IIla- la den Unterricht in ſeiner Wohnung zu erteilen. In den unteren Klaſſen fiel er weiter aus. Erſt am 3. März konnte er ſeine Tätigkeit in vollem Umfang aufnehmen. 62.

Studienrat Heinſtadt, der zur Ausübung ſeiner Tätigkeit als Landtagsabge⸗ ordneter auch in dieſem Jahre dauernd zur Hälfte beurlaubt war, mußte wegen der Tagung des Landtages bis zu den Pfingſtferien vertreten werden. Bis zu den Som⸗ merferien war er zur Erholung beurlaubt.

Studienrat Wolf nahm am 10.12. November an einem heimatkundlichen Ar⸗ beitskurſus für Biologie in Darmſtadt teil. An der Rheiniſchen Herbſtta⸗ gung der deutſchen Geſchichtslehrer in Heppenheim vom 4.6. Oktober beteiligte ſich der Direktor.

2. Im erſten Vierteljahr wurde der Schulbetrieb empfindlich geſtört, dadurch daß unter den Zöglingen des Biſchöflichen Konvikts eine Scharlachepidemie ausgebrochen war. Vom 15. Mai ab fehlten deshalb alle Schüler des Konvikts. Erſt 8 Tage nach den Pfingſtferien wurde ihnen von der Geſundheitsbehörde der Beſuch des Unterrichts wieder geſtattet. Am 26. Juni trugen wir den Sextaner Siebert aus Auerbach