V. Sur Geſchichte der Anſtalt.
1. Das Schuljahr begann am 20. April mit den Aufnahmeprüfungen. Auch in dieſem Jahre machte die Unterbringung der nunmehr 14 Klaſſen in dem Hauſe, das für 9 Klaſſen berechnet iſt, die größten Schwierigkeiten.— Sämtliche für Sammlungen beſtimmt geweſenen Räume, der Zeichenſaal und ſelbſt der Lehrraum für Phyſik mußten als Klaſſenräume verwendet werden. Im Kellergeſchoß wurde durch Beſeitigen einer Zwiſchenwand ein neues Unterrichtszimmer geſchaffen.— Die Herſtellung des Turn⸗ ſaales iſt auch in dieſem Jahre ein frommer Wunſch geblieben. Der geradezu unwür⸗ dige Zuſtand des Saales verbietet es, ihn bei der Oeffentlichkeit zugänglichen Feiern als Verſammlungs⸗ oder Feſtraum zu benutzen. Wir ſind deshalb gezwungen, für ſolche Gelegenheiten einen Saal zu mieten.— Eine recht unangenehme Ueberraſchung war es für uns, daß wir plötzlich den Flügel, der uns jahrelang von dem früheren Lehrerſemi⸗ nar bezw. der Aufbauſchule leihweiſe überlaſſen war, an das Pädagogiſche Inſtitut nach Mainz abgeben mußten. So ſind wir wieder auf das gute alte, braune Inſtru⸗ ment angewieſen, deſſen ſich die älteſten Schüler aus früheren Zeiten noch erinnern werden.
2. Am Ende des vorhergehenden Schuljahres verließ Studienaſſeſſor Diehm, der hier ein Jahr als Vertreter für den beurlaubten Studienrat Heinſtadt tätig war, unſere Anſtalt, um eine Lehrſtelle an der deutſchen Schule in Liſſabon zu übernehmen. Unſere beſten Wünſche begleiteten ihn nach ſeinem neuen Wirkungskreiſe.— Studienrat Heinſtadt nahn ſeinen Dienſt zur Hälfte wieder auf; mit einem hal⸗ ben Vertretung wurde Lehramtsaſſeſſor Julius beauftragt, der gleichzeitig an der Aufbauſchule tätig iſt.— Da die Teilung einer weiteren Klaſſe(IIb) nötig geworden war, wurde uns als neue altphilologiſche Lehrkraft Lehramtsaſſeſſor Dr. Kling zugewieſen, der bis dahin am philologiſchen Seminar der Hochſchule Gießen in Verwendung war.— Um die Teilung in Mathematik zu ermöglichen, wurden dem Studienrat Neher von der Aufßbauſchule 8 Stunden an unſerer Anſtalt über⸗ tragen. Weitere 12 Stunden übernahm Lehramtsreferendar Holzapfel, der in der übrigen Zeit ſeine Ausbildung am pädagogiſchen Seminar in Darmſtadt fort⸗ ſetzte.— Mit Wirkung vom 1. 10. 1927 wurde ſein Auftrag wieder zurückgenommen; an ſeine Stelle trat mit der gleichen Stundenzahl Lehramtsaſſeſſor Langelott aus Bensheim.— Mit Beginn des Schuljahres trat der frühere Lehrer an der Semi⸗ narübungsſchule Back unter gleichzeitiger Ernennung zum Oberreallehrer in das Lehrerkollegium ein; er übernahm jedoch nur 8 Stunden, im übrigen verblieb er bei der Aufbauſchule verwendet.— Am 10. 10. 1927 wurde Studienrat Dr. Kadel auf ſeinen Wunſch an das Ludwig⸗Georgs⸗Gymnaſium nach Darmſtadt verſetzt. Stu⸗ dienrat Dr. Kadel hatte von Herbſt 1911 bis Herbſt 1912 ſein Probejahr an unſerer Anſtalt abgelegt, war in der Kriegszeit vorübergehend vom 4. 5. 1916 bis Weihnachten 1917 hier in Verwendung und gehörte ſeit 16. 8. 1920 dauernd dem Lehrkörper der Anſtalt an. Auch ihn begleiten unſere beſten Wünſche auf ſeiner weiteren Laufbahn.— An ſeine Stelle trat der überplanmäßige Studienrat Dr. Karl Schneider.— Unter dem 1. 7. 1927 wurden die Lehramtsaſſeſſoren Dr. Kling und Dr. Benſel, unter dem 1. 1. 1928 Lehramtsaſſeſſor Dr. Kozelka zu über⸗ planmäßigen Studienräten ernannt.— Der evangeliſche Religionslehrer Pfarrer Wagner war vom Landesamt für das Bildungsweſen für die Zeit vom


