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II. Verfügungen.
Verfügung Kgl. Provinzial-Schulkollegiums vom 28. April 1911 bestätigt die Wahl des Oberlehrers Hermann Böttger aus Kulm i. Westpr. zum Oberlehrer an der Realschule.
Desgleichen vom 11. Mai 1911 teilt den Ministerialerlass vom 18. Januar 1911 betr. Jugendpflege mit.
Desgleichen vom 28. August 1911 beauftragt den Direktor mit der Abhaltung der Herbstschlussprüfung.
Ministerialerlass vom 22. August 1911(V. K. P. Sch. K. vom 22. September) ordnet die Durchführung der Kurzstunden von je 45 Minuten Dauer an.
Desgleichen vom 21. Oktober 1911(V. K. P. Sch. K. vom 28. Oktober) ordnet ein neues Verfahren für die schriftlichen Klassenarbeiten an. 3
Verfügung Kgl. Provinzialschulkollegiums vom 29. Februar 1912 beauftragt den Direktor mit der Abhaltung der Osterschlussprüfung.*
. Chronik der Schule.
Im Lehrerkollegium der Realschule bestand die durch das Ableben des Professors Dresen am 13. September 1910 eingetretene Vakanz zunächst auch nach Ostern 1911 fort. Die erledigte Stelle wurde, wie schon im Winterhalbjahr 1910/11, wahrgenommen durch den am 3. Mai 1911 von seiner militärischen Uebung zurückgekehrten Probekandidaten Dr. Henkel. Vom 1. Juli 1911 ab wurde die Stelle wieder besetzt durch die Berufung des Oberlehrers Hermann Böttger aus Kulm in Westpr.
Hermann Böttger wurde am 21. Juli 1884 als Sohn des Postmeisters Gustav Böttger zu Aachen geboren, besuchte das Realgymnasium in Siegen, wo er Ostern 1902 das Reifezeugnis erhielt. Er studierte neuere Sprachen und Deutsch an den Universitäten Berlin, Bonn und Marburg und bestand die Oberlehrerprüfung am 10. Mai 1907. Nachdem er seiner Dienstpflicht beim Inf.-Reg. 29 in Trier genügt hatte, wurde er dem Königlichen Gymnasium in Kulm, West- preussen als Seminarkandidat überwiesen. Das Probejahr leistete er am Realgymnasium in Kulmsee, Westpreussen, ab; gleichzeitig war er als kom. wissenschaftlicher Hilfslehrer beschäftigt. Am 1. Oktober 1910 wurde er zum Oberlehrer am Königlichen Gymnasium in Kulm ernannt.
Der bisherige Vertreter Dr. Henkel blieb zur Ableistung seines Probejahres bis zum Ende des Sommerhalbjahres an der Anstalt tätig und wurde sodann vom Kgl. Provinzial- schulkollegium als wissenschaftlicher Hilfslehrer an die Oberrealschule II nach Cassel über- wiesen. Mit aufrichtigem Bedauern sahen das Lehrerkollegium und die Schüler der Anstalt den liebgewonpenen Kollegen und Lehrer scheiden.
Ueber den Gesundheitszustand von Lehrern und Schülern war im abgelaufenen Jahr nicht zu klagen.
Das Schuljahr begann mit der Aufnahmeprüfung am 24. April 1911 und wird am 30. März 1912 geschlossen. Die Pfingstferien dauerten vom 3. bis 8. Juni, die Sommerferien vom 8. Juli bis 7. August, die Herbstferien vom 1. bis 16. Oktober, die Weihnachtsferien vom 24. Dezember 1911 bis 8. Januar 1912.


