Jahrgang 
1911
Einzelbild herunterladen

5

C. Lehraufgaben, Leibesübungen, Befreiung von einzelnen Unterrichts- Fächern.

Die in den einzelnen Klassen und Lehrfächern durchgenommenen Lehraufgaben ent- sprechen den allgemeinen Vorschriften für Realschulen in denLehrplänen und Lehraufgaben für die höheren Schulen in Preussen(Ministerial-Erlass vom 29. Mai 1901 U. II 1694).

Gelesen wurde in Kl. II: im Deutschen: HomersIlias(Uebersetzung im Auszuge) und HeysesKolberg.

in Kl. I: im Deutschen: LessingsMinna von Barnhelm, GoethesHermann und Dorothea, SchillersWilhelm Telle undLied von der Glocke;

im Französischen: Erckmann-Chatrian, Histoire d'un conserit; im Englischen: Dickens, Christmas Carol.

Die Aufsätze der Prima behandelten:

1) Was bedeutet dem Deutschen sein Wald? 2) Welcher Anteil am Ruhme Friedrichs des Grossen kommt seinem Vater zu? 3) Krieg und Frieden in LessingsMinna von Barn- helm?(Klassen-Arbeit.) 4) Ein Thema eigener Wahl.(Behandelt wurden u. a.: Der Herbst in unseren Wäldern. Erlebnisse auf einer Fuchsjagd. Schloss Waldeck. Die Edertalsperre bei Hemturth. Der Roteisenstein der Grube Martenberg bei Adorf. Ein Besuch bei Krupp. Helgoland.) 5) Der elektrische Strom im Dienste des Menschen.(Klassen-Arbeit.) 6) Woraus erklärt sich der Zusammenbruch des preussischen Staates im Jahre 18062 7) Einkehr beim Löwenwirte(Nach GoethesHermann und Dorotheas).(Klassen-Arbeit.) 8) Welche Natur- und Kulturgebiete berühren sich in Oesterreich-Ungarn? 9) Wie wandelt sich unter Dorotheas Einflusse Hermanns Wesen um?(Klassen-Arbeit.) 10. Prüfungs-Arbeit.

Ueber die Pflege der Leibesübungen ist Folgendes zu berichten:

Der Turnunterricht fand in der Schulturnhalle und auft dem zugehörigen Turnplatze statt, die auch von der Stadtschule benutzt werden. Es wurde in 3 Abteilungen geturnt. und zwar turnten in Abteilung I die Schüler der I und II, in Abteilung II die der III und IV, in Abteilung III die der V und VI.

Im Winterbalbjahr wurde die Turnhalle ausserdem je 2 Stunden wöchentlich(am Freitag) zum Kürturnen freigegeben. Die Aufsicht führten bei den Schülern der oberen Klassen Direktor Dr. Reichardt, bei denen der unteren Elementarlehrer Wollenhau pt.

Anleitung zu Jugendspielen wurde vorzugsweise im Sommer auf dem Schulturn- platze im Rahmen der Turnstunden gegeben.

Zum Baden und Schwimmen gab die Schule wieder Gelegenheit durch eine Ver- einbarung mit der Stadt Fritzlar über die Mitbenutzung der dortigen städtischen Schwimmanstalt. Es wurden dazu wie im Vorjahre die Züge 4,20 ab Wildungen und 7,57 abends ab Pritzlar benutat. Die Fahrten fanden auch diesmal durchweg unter Führung eines oder mehrerer Mitglieder des Lehrerkollegiums statt und zwar am Mittwoch und Sonnabend nachmittags. Die Leitung hatte meist der Direktor selbst; unterstützt wurde er gelegentlich von Oberlehrer Konrad, Realschullehrer Köster und Elementarlehrer Wollenhaupt. Es fanden 10 Fahrten statt, bei denen die Beteiligung zwischen 9 und 19 schwankte. Die Rückfahrt wurde in der Regel nicht von Fritzlar selbst, son- dern von Ungedanken oder Mandern aus angetreten und die freie Zeit nach dem Baden zur Be- sichtigung der Bau- und Kunstdenkmäler Fritzlars, der Warten in seiner Umgebuag und des Büra- berges benutaæt.

Ausserdem konnten sämtliche Schüler der Anstalt das Brausebad im Schulgebäude im Sommer wie im Winter wöchentlich einmal benutzen.