Jahrgang 
1908
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Zeichnen: 2 Stdn. w. Zeichnen nach schwieriger darzustellenden Natur- und Kunstformen mit Wiedergabe von Licht und Schatten. Freie perspektivische Uebungen in Innen- räumen. Uebungen im Skizzieren und im Malen nach farbigen Gegenständen(Ge- räten, Getässen, ausgestopften Vögeln) Zeichenlehrer Hoefer.

Linearzeichnen(wahlfrei): 2 Stdn w Weitere Einführung in die darstellende Geometrie, Durchdringungen und perspektivische Uebungen. Zeichenlehrer Hoefer.

Der Unterricht in der Pflanzenkunde in Sexta, Quinta und Quarta wurde bei günstiger Witterung zuweilen im Freien, in dem ganz nahe dem Schulgebäude gelegenen Bornebach- und Reitzenhagener Tal, sowie am Schlossberg und am Weinberg abgehalten.

Im Gesangunterricht der VI und V wurden behandelt: Treffübungen, Uebungen im Notensingen, Wiederholung und Einübung von Volksliedern und Chorälen, ein- und zwei- stimmig. Im Chorgesang der IV- I kamen dreistimmige Volks- und Vaterlandslieder, geist- liche Lieder und Motetten zur Einübung. Zeichenlehrer Hoefer.

Der Turnunterricht fand in der Schulturnhalle und auf dem zugehörigen Turn- platz statt, die auch von der Stadtschule benutzt werden. Es wurde in 3 Abteilungen ge- turnt, und zwar turnten in Abteilung I die Schüler der I und II, in Abteilung II die der III. und IV, in Abteilung III die der V und VI.

Abteilung I: Marsch- und Ordnungsübungen, Eisenstab-, Hantel- und Keulenübungen, ge- meinsames Turnen an allen Geräten, volkstümliche Uebungen und Uehungsmrsche. Direktor Dr. Reichardt.

Abteilung II: Marsch- und Ordnungsübungen. Leichtere Eisenstab- und Hantelübungen. Leichteres Gerätturnen an Geräten. Spiele und Uebungsmärsche. Oberlehrer Konrad.

Abteilung III: Marsch-, Ordnungs- und Freiübungen; leichtere Gerätübungen; Spiele und Uebungsmärsche. Lehrer Brettschneider.

Im Winter-Halbjahr wurde die Turnhalle ausserdem je 2 Stunden wöchentlich zum Kürturnen freigegeben: am Freitag für Schüler der unteren, am Montag für solche der oberen Klassen. Die Aufsicht führten Direktor Dr. Reichardt, Realschullehrer Köster und Lehrer Brettschneider.

Jugendspiele. Anleitung zu Jugendspielen wurde vorzugsweise im Sommer auf dem Schulturnplatze im Rahmen der Turnstunden gegeben. Gelegentlich spielten auch einzelne Klassen unter Führung ihrer Klassenlehrer auch ausserhalb der Unterrichtsstunden an ge- eigneten Plätzen in der nächsten Umgebung des Ortes. Im Winter konnten die Schüler die städtische Eisbahn in der Sonderau und die Rodelbahn auf dem Waldwege nach Reinhards- hausen mit benutzen.

Baden. Sommer und Winter wöchentlich einmal besuchen sämtliche Schüler klassenweise das Brausebad im neuen Schulgebäude. Die Teilnahme ist obligatorisch. Ausser- dem wird auch das Flussbad in der Eder nahe bei Wellen von den meisten Schülern im Sommer wöchentlich mehrere Male aufgesucht. Eine Möglichkeit zur Erlernung des Schwimmens ist bis jetzt noch nicht vorhanden. Doch ist die Anlage eines öffentlichen Schwimmbades auf dem von der Gemeinde erworbenen früheren Oelmühlen-Grundstücke in Aussicht genommen.

An den Schreibstunden für schlecht schreibende Schüler der III. und II nahmen im Sommer 10 Schüler, im Winter 8(bezw. 11) Schüler teil.