Jahrgang 
1907
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Verfügung Kgl. Provinzialschulkollegiums vom 18. September 1906: Der Direktor wird mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Königlichen Kommissars bei der bevorstehenden Schlussprüfung beauftragt.

Verfügung Kgl. Provinzialschulkollegiums vom 5. November 1906 ge- währt dem Oberlehrer Dresen den seiner Erkrankung wegen erbetenen Urlaub und beauftragt den Seminar-Kandidaten Herrn Rosalewski aus Wiesbaden mit der Vertretung, zunächst bis 1. Februar 1907.(Verlängert bis Ostern 1907 durch Verfügung vom 24. Januar 1907.)

Verfügung Kgl. Provinzialschulkollegiums vom 30. November 1906 ge- nehmigt die Einführung neuer Lehrbücher für den deutschen und französischen Unterricht(s. vorn) von Ostern 1907 ab. aufsteigend von den Klassen VI und III(Ostern 1908 in V und II, Ostern 1909 in IV und I)

Ministerialerlass vom 8. Januar 1907 gibt Kenntnis von der Einrichtung einer staatlichen Stelle für Naturdenkmalspflege zu Danzig.

Verfügung Kgl. Srovinzialschulkollegiums vom 19. Januar 1907: Ein Exemplar des Buches»Deutsche Schitfahrt in Wort und Bild«, wird der Anstalt überwiesen mit dem Auftrage. es als Geschenk Sr. Maj. des Kaisers bei der Schulfeier des 27. Januar einem be- sonders guten Schüler der oberen Klassen auszuhändigen.

lll. Chronife der Schule.

In das Kuratorium der Realschule trat an Stelle des am 5. Februar 1906 verstorbenen Herrn Sanitätsrats Dr. Severin als Kommissar des Königlichen Provinzialschulkollegiums. zufolge einer Verfügung desselben vom 7. April 1906, Herr Sanitätsrat Dr. Reinhold ein.

Das Lehrerkollegium der Anstalt wurde mit der Rückkehr des Herrn Oberlehrers Konrad von seiner militärischen Uebung in Darmstadt am 10. Mai d. J. wieder vollzählig. Doch musste sich mit Beginn des Winterhalbjahres Herr Oberlehrer Dresen eines ernsteren Leidens wegen auf längere Zeit beurlauben lassen. Zu seiner Vertretung überwies das Königliche Provinzialschulkollegium den Kandidaten des höheren Schulamts Herrn Rosalewski aus Wies- baden. Dieser begann seine Lehrtätigkeit un der Realschule am 12. November 1906 und wird dem Lehrerkollegium der Anstalt voraussichtlich bis Ostern d. Js. angehören.

Wil Rosalewski wurde am 9. August 1882 zu Wiesbaden geboren. Er besuchte das

Realgymnasium daselbst und bestand Ostern 1901 die Reifeprüfung. Darauf studierte er zu Marburg

und Göttingen französische und englische Philologie sowie Geschichte, und bestand am 6. März 1906

die Staatsprüfung für das höhere Lehramt. Von Ostern bis Anfang November 1906 war er dem

Seminar des Königl. humanistischen Gymnasiums zu Wiesbaden zur praktischen Ausbildung überwiesen.

Die Schülerzahl der Realschule stieg bei der Osteraufnahme 1906 auf 143. Wenn auch im Laufe des Schuljahres ein kleiner Rückgang eintrat, so ist doch eine weitere Zunahme der Frequenz tür die nächsten Jahre mit Sicherheit zu erwarten. Damit tritt die Notwendigkeit des Baues eines selbständigen Realschulgebäudes wodurch zugleich auch der Volksschule wie- der freier Raum zu ihrer weiteren Entwicklung gegeben würde immer dringender an die Ge- meinde heran. Da diese aber durch andere unaufschiebliche und sehr hohe Aufwendungen, be- sonders für die jetzt in die Wege geleitete Kanalisierung der Stadt und des Bades, bereits stark in Anspruch genommen ist, so bleibt zu wünschen, dass ihr der weitere Ausbau ihres erfreulich aufblühenden Schulwesens durch Zuwendung eines Staatszuschusses für die Realschule erleichtert werden mõchte. Eia bezügliches Gesuch des Gemeindevorstandes an den Waldeckischen Landtag wurdedauch von diesem in seiner Sitzung vom 2. November 1906 einstimmig als begründet an- erkannt und dem Herrn Landesdirektor zur Berücksichtigung bei Aufstellung des nächsten drei- jährigen Landes-Haushaltsplanes(für die Jahre 1908 10) überwiesen.