Jahrgang 
1907
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Im Gesangunterricht der VI und V wurden behandelt: Treffübungen, Uebungen im Notensingen, Wiederholung und Einübung von Volksliedern und Chorälen ein- und zweistimmig. Zeichenlehrer Hoefer.

Im Chorgesang wurden die Schüler der IVY I mit den Zöglingen der oberen Klassen der Stadtschule gemeinsam geschult. Stadtschullehrer Löwe.

Der Turnunterricht fand in der Schulturnhalle und auf dem zugehörigen Turn- platz statt, die auch von der Stadtschule benutzt werden. Es wurde in drei Abteilungen geturnt, und zwar turnten in Abteilung I die Schüler der I und II, in Abteilung II die der III und IV, in Abteilung III die der V und VI.

Abteilung l: Marsch- und Ordnungsübungen. Eisenstab-, Hantel- und Keulenübungen, gemein- sames Turnen an allen Geräten, volkstümliche Gebungen und Uebungsmärsche. Direktor Dr. Reicnardt.

Abteilung Il: Marsch- und Ordnungsübungen. Leichtere Eisenstab- und Hantelübungen. Leichteres Gerätturnen an Geräten. Spiele und Uebungsmärsche. Oberlehrer Konrad.

Abteilung Il: Marsch-, Ordnungs- und Freiübungen; leichtere Gerätübungen; Spiele und Uebungsmärsche. Oberlehrer Konrad.

Im Winter-Halbjahr wurde die Turnhalle ausserdem je 2 Stunden wöchentlich zum Kürturnen freigegeben: am Dienstag für Schüler der unteren, am Freitag für solche der oberen Klassen. Die Aufsicht führten abwechselnd Direktor Dr. Reichardt, Oberlehrer Konrad, Realschullehrer Köster und Zeichenlehrer Hoefer.

Jugendspiele. Anleitung zu Jugendspielen wurde verzugsweise im Sommer auf dem Schulturnplatze im Rahmen der Tarnstunden gegeben. Gelegentlich spielten auch einzelne Klassen unter Führung ihrer Klassenlehrer ausserhalb der Unterrichtsstunden an geeigneten Plätzen in der nächsten Umgebung des Ortes. Im Winter konnte zum ersten Male die neu geschaffene städtische Eisbahn in der Sonderau zum Schlittschuhlauf benutzt werden. Einige Tarnstunden wurden zu dem Zwecke verwendet, die Schüler insgesamt zu dieser gesunden Uebung anzuhalten.

Baden. Sommer und Winter wöchentlich einmal besuchen sämtliche Schüler klassen- weise das Brausebad im neuen Schulgebäude. Die Teilnahme ist obligatorisch. Ausserdem wird auch das Flussbad in der Eder nahe bei Wellen von den meisten Schülern im Sommer wöchent- lich mehrere Male aufgesucht. Eine Möglichkeit zur Erlernung des Schwimmens ist bis jetzt noch nicht vorhanden. Doch ist die Anlage eines öffentlichen Schwimmbades auf dem von der Gemeinde erworbenen früheren Oelmühlen-Grundstücke bereits in Aussicht genommen.

An den Schreibstunden für schlecht schreibende Schüler der IIt und II nahmen im Sommer 13 Schüler, im Winter 10 Schüler teil.

Befreiungen von einzelnen Unterrichtsfächern oder Lehrstunden traten in folgenden Fällen ein:

Vom evangel. Religionsunterricht befreit waren im Sommer keine, im Winter 19 Schüler(Konfirmanden.)

Vom Zeichnen befreit war kein Schüler. Auch am Linearzeichnen nahmen sämtliche Schüler der I, II u. III teil, bis auf 13 im Sommer und 6 im Winter.