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Das jetzt ablaufende Schuljahr brachte ein ansehnliches Wachstum der Schülereahl und damit vermehrte Arbeit, aber auch erhöhte Freudigkeit des Schaffens. Die städtische Schulverwaltung trug dieser Entwicklung verständnisvoll Rechnung, indem sie Mittel bereit- stellte, welche eine Trennung der letzten, bis dahin noch combinierten wissenschaftlichen Unterrichtsstunden(Religion und Erdkunde in III u. II), sowie die Einrichtung von 3(statt bisher 2) Turnabteilungen ermöglichten. Eine Revision der gesamten Anstalt von seiten des Königlichen Provinzialschulkollegiums brachte das Schuljahr nicht. Dagegen ist nachzutragen, dass am 27. März 1905 der weiland Fürstlich Waldecksche Konsistorialrat Herr Wilhelm Seehausen(† 27. Januar 1906) den Religionsunterricht an der Realschule am 27. März. 1905 einer eingehenden Inspektion unterzog, über deren Ergebnis er sich recht befriedigt aussprach.
Das Schuljahr begann mit der Aufnahmeprüfung am 1. Mai 1905 und wird am 7. April 1906 schliessen. Die Pfingstferien dauerten vom 11. bis 14. Juni, die Sommerferien vom 9. Juli bis 7. August, die Herbstferien vom 1. bis 16. Oktober, die Weihnachtsferien vom 24. Dezember bis 8. Januar.
An Festtagen war das Schuljahr 1905/6 reicher als andere Jahre. Am 9. Mai 1905 beging die Realschule in Gemeinschaft mit der Stadtschule die Feier der 100. Wiederkehr von Schillers Todestage.
Die Feier, welche von geladenen Ehrengästen, Angehörigen der Schüler und Freunden der Schulen stark besucht war, vollzog sich in folgender Ordnung:
1. Gesang des Schülerchors: Stumm ruht der Sänger(Moore Silcher). 2. Festrede, gehalten vom Direktor 3. Gesang des Schülerchors: Freude, schöner Götterfunken(Schiller- Beethoven). 4. Vorträge Schillerscher Dichtungen: a Morgenlied aus Macbeth(August Lock IV); b. Lieder des Fischerknaben, Hirten und Jägers aus Wilhelm Tell(Elly Höbener, Martha Griesche, Friederike Schneider. I M.-Kl.) c Der Alpenjäger(Wilhelm Franke II. Kn.-Kl.); d. Berglied(Karl Binde IV). 5. Gesang des Schülerchors: Aus Vaterland, ans teure(Schiller- Kriegeskotten). 6. Weitere Vorträge: e. Die Kraniche des Ibykus(Hermann Jäger II.); f. Szene aus Maria Stuart(III,1)(Martha Löwe und Anna Ahrend I. h. M.-Kl.); g. Gustav Adolfs Tod(aus der Geschichte des dreissigjährigen Krieges)(Georg Höbener I.) 7. Gesang des Schülerchors: Frisch auf, Kameraden(Schiller-Anselm Weber).
Auf Beschluss des Gemeinderates wurden sämtlichen Schülern der Realschule wie den Zöglingen der oberen Volksschulklassen und den Schülerinnen der höheren Mädchenschule Festschriften zur bleibenden Erinnerung an diese Gedächtnisfeier ausgehändigt. Es wurden dazu gewählt: für die unteren Klassen Eckart, Unser Schiller“, für die mittleren„Risch, Schiller-Gedenkbuch“ und für die oberen ,Müller, Schillerbüchlein“.
Am Mittwoch, den 31. Mai fiel der Unterricht in der Realschule aus wegen der an diesem Tage in Wildungen abgehaltenen 30. Hauptversammlung des Vereins von Lehrern höherer Unterrichtsanstalten von Hessen-Nassau u. Waldeck, welche sich der regsten Teilnahme der hiesigen Behörden sowie weiterer Kreise der Bürgerschaft zu erfreuen hatte.
Das Schulfest wurde am 25. Juni in herkömmlicher Weise von Realschule und Stadt- schule gemeinsam gefeiert. Der festliche Zug bewegte sich vom Schulhofe aus unter den Klängen der Gudensberger Kapelle durch die Strassen der Stadt nach dem Festplatze, wo der Nachmittag unter Spielen, Adlerschiessen, Vorführung von Reigen usw. hingebracht wurde. Gegen 8 Uhr wurde der Rückmarsch angetreten.
Wegen zu grosser Hitze musste der Unterricht im vergangenen Sommer ausgesetzt werden am 5., 16. und 29. Juni nachmittags, sowie am 30. Juni, 1., 3. und 4. Juli von vor- mittags 10 bezw. ½ 11 und 11 Uhr ab.
Die Sommer-Ausflüge wurden wegen der Kürze des ersten Schulquartals und der häufigen sonstigen Unterbrechungen des Unterrichtes auf die Zeit nach den Sommerferien verschoben und mit Genehmigung des Königlichen Provinzialschulkollegiums mit der Feier des Sedantages verbunden. Die Schüler der oberen Klassen unternahmen unter Leitung des


