Jahrgang 
1905
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Ministerial-Erlass vom 18. April 1904: Die veitere Anstellung von Versuchen mit Fussboden-Oelanstrich in Schulräumen wird empfohlen.

Verfügung Kgl. Provinzialschulkollegiums vom 30. April 1904: Die Uebernahme des Amtes eines Leiters der landwirtschaftlichen Fortbildungsschule zu N Wildungen durch den Direktor der Realschule wird genehmigt.

Ministerial-Erlass vom 12. J uli 1904: Meldungen von Probekandidaten für auswärtige Stellungen sind dem Kal. Provinzialschulkollegium anzuzeigen. Der Besuch ihrer Unterrichtsstunden ist nur Fachmännern in amtlicher Stellung zu gestatten. Urlaub für Reisen soll ihnen nur in besonderen Fällen gewährt werden.

Verfügung Kgl. Provinzialschulkollegiums vom 28. Juli 1904: Für den Vortrag bei Schulfeiern sind volkstümliche Lieder zu bevorzugen. Der Inhalt der Festrede soll zur Bedeutung des betreffenden Tages in naher Beziehung stehen und auch den jüngeren Schülern verständlich sein.

Verfügung Kkgl. Provinzialschulkollegiums vom 12. September 1904: Der Direktor wird zum Rgl. Kommissar bei der diesjährigen Mich aelis-Schlussprüfung ernannt.

Verfügung Kgl. Provinzialschulkollegiums vom 4. November 1904: Der vom Direktor eingereichte Entwurf einer Bibliotheks-Ordnung für die Realschule zu N.-Wildungen wird genehmigt.

Verfügung Kgl. Provinzialschulkollegiums vom 25. März 1905: Der Direktor wird zum Kgl. Kommissar bei der diesjährigen Oster-Schlussprüfung ernannt.

III. Chronik der Schule.

Mit Beginn des laufenden Schuljahres schied der bisherige Direktor der Realschule und Rektor der Stadtschule Herr Dr. A ugust Koch aus seinen Aemtern aus, um die Stellung eines Direktors der Kgl. Landwirtschaftsschule zu Eldena i. P. zu übernehmen. Er hat seit Michaelis 1891, also 12 ½ Jahre lang, dem gesamten Wildunger Schulwesen vorgestanden, dasselbe von Grund aus reorganisiert, auch die Uebersiedelung der Schulen in das im Jahre 1897 erbaute stattliche Neue Schulgebäude am Breiten Hagen vorbereitet und ins Werk gesetzt. Vor allem aber muss der Ausbau und die Ausgestaltung der Realschule zu einer staatlich anerkannten und mit der Berechtigung zur Ausstellung von Einjährig-Freiwilligen-Zeugnissen ausgestatteten öffentlichen höheren Schule im wesentlichen als sein Werk bezeichnet werden. Er verstand es, unterstützt von der Einsicht und Opferwilligkeit der städtischen Behörden die Schule, welche im Jahre 1891 nur drei Klassen umfasste, binnen zehn Jahren so weit zu entwickeln und so lebensfähig zu ge- stalten, dass sie schon im Laufe des Jahres 1900 die staatliche Anerkennung erhielt und seitdem ihre Schülerzahl rasch von etwa 70 auf etwa 110 wachsen sah.

Die allgemeine Anerkennung dessen, was Herr Dr. Koch für die Gemeinde N.-Wildungen und damit zugleich für das Schulwesen des Landes geleistet. sowie die Achtung und Liebe. die er sich persönlich zu erwerben gewusst, fanden lebhaften Ausdruck bei der gemeinsamen Schlussfeier der Realschule und Stadtschule am 26. März 1904, welche sich zu einer eindrucksvollen Ab- schiedsfeier für den bisherigen Leiter beider Schulen gestaltete. Der Kreisamtmann des Kreises der Eder, Herr Geheimer Regierungsrat Frese, überreichte dem Scheidenden im Auftrage des Herrn Landesdirektors das ihm von Seiner Durchlaucht dem regierenden Fürsten Friedrich von Waldeck und Pyrmont gnädigst verliehene Waldeckische Verdienstkreuz IV. Klasse; der Kreis- schulaufseher Herr Pfarrer Lau brachte den Dank der waldeckischen Schulbehörde, Herr Bürgermeister Radke den der Gemeinde N.-Wildungen zum Ausdruck. Der zum künftigen Leiter beider Anstalten bestimmte Oberlehrer Dr. Reichardt versuchte, die Gefühle in Worte