Jahrgang 
1927
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IV. Zur Geſchichte der Anſtalt.

Das Schuljahr begann am 19. April 1926.

1. Lehrer.

Da infolge eines Beſchluſſes des Landtags 35 Aſſeſſorenſtellen eingezogen werden mußten, ſo konnte unſere überfüllte Oberſekunda nicht geteilt werden. Die erhöhte Höchſtzahl der Schüler in den Klaſſen⸗ gruppen Untenklaſſen 46 früher 40, Mittelklaſſen 35(30), Oberklaſſen 24(20) und die geringere Zahl der in die Sexta neu eintretenden Schüler führten zur Zuſammenlegung der 2 b, Za und 5. So verloren wir drei Klaſſen und drei Lehrer.

Durch Verfügung zu Nr. L. B. 10 807 vom 9. 4. 26 wurde der Lehramtsaſſeſſor Dr. Haun zur Ver⸗ waltung einer Studienratsſtelle an die Studienanſtalt i. E. in Gießen,

durch Verfügung zu Nr. L. B. 11 011 vom 9. 4. 26 der StudienaſſeſſorStudienrat Dr. Volk zur Verwaltung einer Aſſeſſorenſtelle an die Auguſtinerſchule in Friedberg,

durch Verfügung zu Nr. L. B. 12022 vom 9. 4. 26 der Studienaſſeſſor Dr. Gans zur Verwaltung einer Aſſeſſorenſtelle an die Auguſtinerſchule in Friedberg verſetzt.

Durch Verfügung zu Nr. L. B. 11 179 vom 9. 4. 26 wurde der Studienaſſeſſor Dr. Grünewald ab⸗ berufen.

Zum Nachfolger des Vorgenannten wurde durch Verfügung zu Nr. L. B. 10 798 vom 9, 4. 26 der Studienaſſeſſor Heinrich Bertram von der Oberrealſchule zu Mainz berufen.

Durch Verfügung zu Nr. L. f. d. B. 9506 vom 3. 6. 26 wurde dem Studienreferendar Dr. Wer⸗ ner Kayſer aus Bad⸗Nauheim geſtattet, das Probejahr an unſerer Anſtalt abzuleiſten.

Durch Verfügung zu Nr. L. f. d. B. 18 367 vom 5. 6. 26 wurde die proviſoriſche techniſche Lehrerin Anna Ida Hammer mit der Erteilung des Mädchenturnunterrichts betraut.

Dem Studienrat Dr. Steiger wurde durch Verfügung zu Nr. L. B. 11 218 vom 28. 4. 26 ein Urlaub von 6 Wochen(14 Tage im Anſchluß an die Sommerferien) für eine Studienreiſe nach England bewilligt. Die Amtsgenoſſen vertraten ihn.

An dem biologiſch⸗phyſiologiſchen Fortbildungskurſus der Landesuniverſität vom 4. 15. Oktober 1926 nahmen die Studienräte Räder(eine Vorleſung) und Dr. Plank(ſämtliche Vorleſungen und Uebun⸗ gen) teil.

Am 7. November ſtarb unerwartet der erſte Direktor der Ernſt⸗Ludwig⸗Schule, Dr. Karl Zimmer. Er hat unſere Anſtalt von ihrer Begründung im Jahre 1905 bis Oſtern 1920 geleitet und die Entwicklung der ehemaligen höheren Bürgerſchule zur Realſchule gefördert. Ausgezeichnet durch große Gewiſſenhaftig⸗ keit und Liebenswürdigkeit hat er es verſtanden, Lehrern und Schülern menſchlich näherzutreten und ih⸗ nen ein freundlicher Berater zu ſein. Seine ganze Arbeitskraft hat er unſerer Schule gewidmet. Wir wer⸗ den ſeiner in Verehrung gedenken.

Durch Verfügung zu Nr. L. B. 6410 vom 4. 3. 1927 wurde der unterzeichnete Oberſtudiendirektor zum Oberſtudiendirektor an der Auguſtinerſchule(Gymnaſium und Oberrealſchule) in Friedberg mit Wir⸗ kung vom 16. 4. 27 ab ernannt.

Durch Verfügung zu Nr. L. B. 4277 vom 4. 3. 1927 wurde der Studienrat an der Auguſtinerſchule zu Friedberg Dr. Hermann Molz zum Oberſtudiendirektor an der Ernſt⸗Ludwig⸗Schule mit Wirkung vom 16. 4. 27 ab ernannt.

2. Schüler. a) Körperliche Ertüchtigung, geſundheitliche Verhältniſſe.

Durch Vermittlung des Kreiswohlfahrtsamts konnten eine Anzahl Schüler an Erholungskuren in Fehmarn, Kellenhuſen und Travemünde teilnehmen.

Die Stadtverwaltung hat im Jahre 1925 ein offenes Schwimmbad bauen laſſen, das von unſern Schülern während der Sommermonate eifrig benützt wurde. Auch einen Teil des Turnunterrichts ver⸗ legten wir in das Bad. Geſchloſſene Klaſſen unter Führung der Lehrer hatten freien Zutritt. Wir ſind der Stadt beſonders dankbar dafür, daß ſie einen Schwimmlehrer beſtellte, der unſern Schülern unentgelt⸗ lich Schwimmunterricht erteilte. Das Ergebnis war ſehr befriedigend. Faſt alle Schüler können jetzt ſchwimmen..