Jahrgang 
1907
Einzelbild herunterladen

— 11— b) Stoffverteilung auf die Klassen Sexta(VI), Quinta(V) und Quarta(IV).

Wir sehen dabei ab vom Religionsunterricht unter Hlinweis auf die besonderen Lehr-— pläne für evangelischen und katholischen Religionsunterricht*), vom Unterricht im Turnen und Singen unter Hinweis auf den für alle Schulgattungen gültigen Lehrplan.

Sexta(VI)(Knaben und Mäcdchen).

Deutsch(6 Stunden wöchentlich). Lehrbücher: 1. Paldamus-Winneberger, Deutsches Lesebuch, Ausg. C. II. Teil: Sexta. Ausgabe für das Großherzogtum Hessen; Verlag von Diester-— weg, Frankfurt a. M. 2. Hoffmann, Karl, Deutsche Sprachlehre. Verlag von Emil Roth, Gießen. 3. Regeln für die deutsche Rechtschreibung, Berlin, Weidmannsche Buchhandlung.

Lehraufgabe: Lesestücke aus dem Gebiet der Erd- und Himmelskunde(Nr. 75, 76, 70⁰), der griechischen(Nr. 38— 46), der römischen(Nr. 47— 40), der deutschen(Nr. 50—56, 66), auch hessischen Sagen-Geschichte(Nr. 68— 70), sowie aus der Naturgeschichte(Nr. 82, 85, 86), werden gelesen und erklärt. Die Gedichte Nr. 152 Waldkonzert, Nr. 161 Das Spinnlein, Nr. 177 Winterliche Spatzenbitte, Nr. 188 Mein Vaterland, Nr. 195 Obstlied, werden gelesen, erklärt und auswendig gelernt. In der Grammatik wird der einfache Satz, von Wortarten Substantiv, Ad-— jektiv, das Verbum in den Hauptzeiten und die Komparation behandelt und Deklination und Konju— gation fortgesetzt geübt. Die Rechtschreibung(§ 2—20) wird in Diktaten(alle 14 Tage) möglichst im Anschluß an die Lesestücke geübt. Als Aufsätze werden alle 14 Tage kleine Erzählungen oder Beschreibungen aus der Naturgeschichte niedergeschrieben.

Französisch(4 Stunden wöchentlich). Lehrbuch: Plötz-Kares, Kurzer Lehrgang der französischen Sprache. Elementarbuch A. Verlag von Herbig, Berlin.

Lehraufgabe: Durchgenommen werden die französischen Sätze der ersten zwölf Kapitel und daran die Ausspracheregeln, die Deklination des Substantivs und Adjektivs, der Teilungs— artikel, die Negation, die Konjunktion der einfachen Zeiten des Indikativs von avoir und éêtre und der 1. Konjugation geübt. Sprechübungen im Anschluß an das Gelesene oder an Vorkommnisse des täglichen Lebens. Einige kleine Gedichte werden auswendig gelernt. Alle 3 Wochen wird eine Klassenarbeit, Uebersetzung aus dem Französischen, ins Französische oder ein Diktat, ge— schrieben.

Lateinisch(6 Stunden wöchentlich). Lehrbücher: 1. Ostermann, Lateinisches Uebungs- buch I. Sexta, Ausgabe A. Verlag von Teubner, Leipzig und Berlin. 2. Lateinische Grammatik von Ellendt-Seyffert, Berlin, Weidmannsche Buchhandlung.

Lehraufgabe: Durchgenommen wird die regelmäßige Formenlehre ausschließlich der Deponentien. Alle 14 Tage wird eine Klassenarbeit geschrieben.

Geographie(2 Stunden wöchentlich). Lernmittel: 1. Plan von der Umgebung Bad- Nauheims; 2. Wamser, Karte vom Großherzogtum Fessen, Verlag von E. Roth, Gießen; 3. Ihne, Erdkunde in Sexta, Verlag von A. Bergsträßer in Darmstadt; 4. Deutscher Schulatlas von Dr. Lüddecke und Dr. H. Haack, Verlag Justus Perthes, Gotha.

Lehraufgabe: Die geographischen Vorbegriffe werden festgestellt, ausgehend von der Anschauung der Heimat. Hieran schließt sich eine übersichtliche Betrachtung der Erdoberfläche und ihrer Gestalt.

Rechnen(6 Stunden wöchentlich). Lehrbuch: Dr. Schmehl, Chr., Rechenbuch für höhere Lehranstalten J. Teil. Verlag von E. Roth, Gießen.

Lehraufgabe: Die 4 Grundrechnungsarten mit ganzen, unbenannten und benannten Zahlen werden wiederholt, die deutschen Maße, Gewichte und Münzen gelernt. Alle 14 Tage wird eine Klassenarbeit geschrieben.

Naturgeschichte(2. Stunden wöchentlich). Lehrbuch: Schmeil, O., Grundriß der Natur- geschichte 1. und 2. Heft, Stuttgart und Leipzig, E. Nägele.

Lehraufgabe: Im Sommer: Botanik. 15 Pflanzen: Anemone, Veilchen, Kornrade, Roß- kastanie, Weinstock, Erdbeere, Kirsche, Ackerwinde, Taubnessel, Leinkraut, Haselnußstrauch, Herbstzeitlose, Maiblume, Linde und Kürbis werden besprochen. Im Winter: Zoologie. 10 Säuge- tiere: Fledermaus, Hund, Katze, Marder, Maulwurf, Hase, Pferd, Kuh, Walfisch, Seehund und 15 Vögel: Sperber, Eule, Kuckuck, Amsel, Bachstelze, Nachtigall, Lerche, Buchfink, Meise, Star, Schwalbe, Taube, Haushuhn, torch Sund Gans werden erläutert.

*) Der israelitische Religionsunterricht wird nach dem vom israelitischen Religionslehrer Herrn Oppenheimer ausgearbeiteten und in unserem Jahresbericht Ostern 1906 Seite 15 veröffentlichten Lehrplan erteilt.