Jahrgang 
1938
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Das Schulgeld iſt ein auf 12 Monate ausgeſchlagener Jahresbetrag. Monatlich iſt ſpäteſtens bis zum 10. des laufenden Monats 1 Zwölftel des Jahresbetrags zu zahlen, um Weite⸗ rungen und Mahnkoſten zu vermeiden.(1. Monat iſt der April.) Einzahlungsſtelle: Stadtkaſſe Baben⸗ hauſen. Telefon(Bürgermeiſterei Babenhauſen) Nr. 1 2 7. Poſtſcheckkonto: Frankfurt(Main) Nr. 130 16.

Sprechſtunden des Leiters: Täglich vormittags. Sprechſtunden der Fachlehrer: Große Pauſe (Sommer: 8.459 Uhr, Winter: 10.05 10.20 Uhr). Längere Ausſprachezeiten werden am beſten durch die Schüler zwiſchen Eltern und Erzieherſchaft vermittelt.

Verwaltungstechniſche Gründe zwangen dazu, mehrere Jahresberichte in einem Heft zuſammen⸗ zufaſſen. Es ergab ſich ganz von ſelbſt, daß dieſer Jahresbericht von 1933 bis 1938 in der Entwick⸗ lung unſerer Schule gerade die Zeit umfaßt, in der die Realſchule Babenhauſen als Abſchlußklaſſe eine Unterſekunda beſaß. Mit der Schaffung der Deutſchen Oberſchule gehen die Realſchulen im Reich in Oberſchulen für Jungen(Klaſſe 15) über, umfoſſen alſo nur 5 Klaſſen, erreichen aber doch nahezu das Lehrziel der ſeitherigen Realſchule. Von Klaſſe 5 gehen alſo die Schüler ohne weiteres nach Klaſſe 6 der Vollanſtalt über. Da unſere Schule ab Oſtern 1938 Zubringerſchule für die Adolf⸗ Hitler⸗Schule, Oberſchule für Jungen in Groß⸗Umſtadt wird, beſuchen alle in Frage kommenden Schüler der Klaſſen 15 aus Babenhauſen und Umgebung zunächſt unſere Oberſchule(Klaſſe 15) in Babenhauſen.

In ihrer 5 jährigen Tätigkeit als Realſchule hat unſere Anſtalt 26 Schülern und Schülerinnen das Zeugnis der Oberſekundareife überreichen können, und es freut uns mitteilen zu können, daß eine Reihe von ihnen zu den beſten Abiturienten der von ihnen weiter beſuchten Vollanſtalten zählten bezw. heute nach Beendigung ihrer Studien an Bauſchulen uſw. in ihren Berufen Tüchtiges leiſten.

Vorliegende Jahresberichte geben natürlich nur in großen Zügen Kenntnis von der gerade durch die Umformung der höheren Schulen auch von unſerer Erzieherſchaft geleiſteten Arbeit. Der Umfang dieſer Arbeit, die an jeden von uns Erziehern in der Schule und außerhalb derſelben herangetragen wurde, ließ viele Fragen auftauchen, die uns in engſten Meinungsaustauſch mit vielen Eltern brachten und uns zu herzlicher Zuſammenarbeit mit den Formationen der Jugend führten. Es iſt unſer herzlichſter Wunſch, daß ſich auch in Zukunft dieſes vertrauensvolle Zuſammenwirken vertieft, und daß beſonders noch mehr Eltern öfters mit uns Rückſprache in allen ſie intereſſierenden Fragen nehmen. Die Schule hofft, daß ſobald es die äußeren Verhältniſſe zulaſſen, eine erhöhte An zahl von Elternabenden ſtattfinden können. Den Eltern möchten wir übrigens eine Bitte unterbreiten: Laſſen ſie hre Kinder noch mehr Hausmuſik treiben! Wir vermiſſen folgende Inſtrumente faſt ganz: Cello, Flöte, Gitarre(Laute), Bratſche! Es iſt zur Zeit leider unmöglich, ein Schulorcheſter zu bilden bezw. zu ergänzen! Gerade den Jugendformationnen iſt damit in gleicher Weiſe gedient! Alſo heran an die Pflege ſchöner deutſcher Hausmuſiki

Der Reichserziehungsminiſter Ruſt bezeichnet es als Aufgabe der höheren Schulen, den körperlich, charakterlich und geiſtig beſonders gut veranlagten Teil der deutſchen Jugend ſo zu er⸗ ziehen, daß er fähig wird, ſpäter unſer politiſches, kulturelles und wirtſchaftliches Volksleben maß⸗ gebend mitzugeſtalten! Die höhere Schule hat die Pflicht, unter den zu ihr kommenden Jugendlichen eine Ausleſe zu treffen, welche die Ungeeigneten und Unwürdigen ausſcheidet, um die Geeigneten und Würdigen um ſo mehr fördern zu können. Den Eltern ſei es deshalb ans Herz gelegt, ihre Kinder bei entſprechenden Vorausſetzungen der höheren Schule zuzuführen. Auch im Falle ſchwacher wirtſchaftlicher Lage werden Mittel und Wege gefunden werden, um hier zu helfen(ſ. unter Frei⸗ ſtellen!). Die Ausleſe in liberaliſtiſcher Zeit hatte zu einer einſeitigen Bevorzugung rein verſtandes⸗ mäßiger Anlagen und einem Uebermaß an intellektuellen, frühreifen Schülern geführt. Heute ſollen die nicht minder wichtigen körperlichen, charakterlichen und raſſiſchen Werte und damit raſſenbiologiſch wertvollen und volksgeſunden Teile der deutſchen Jugend erfaßt werden!

Dieſem Ziel ſoll auch die Weiterarbeit unſerer Oberſchule für Jungen(Klaſſe 15) dienen! Gemeinſame Arbeit von Erzieherſchaft und Elternhaus iſt Grundbedingung. Die Oberſchule der Stadt Babenhauſen, die an dieſer Stelle auch der Stadtverwaltung und den Mitgliedern des Kuratoriums für die reſtloſe Unterſtützung ihrer Arbeit in den letzten 5 Jahren wärmſten Dank ſagt, grüßt die Eltern ihrer Schüler und Schülerinnen, ihre Freunde und Gönner herzlichſt zu Beginn der Arbeit im neuen Schuljahr!

Heil Hitler! Der Leiter der Oberſchule für Jungen(Klaſſe 15) Babenhauſen(heſſen): Dipl.⸗Ing. Franz Haas, Studienrat.