1. Bericht über die Schulbegebenheiten.
Das Schuljahr 1906/07 begann am 23. April 1906 und wird mit dem 20. März 1907 schliessen. Am ersten Tage des Schuljahres fand die Aufnahme neuer Schüler statt. Es wurden zu den aus dem vorhergehenden Schuljahr noch vorhandenen 70 Schülern und Schülerinnen 14 Knaben und 2 Mädchen neu aufgenommen. Im Laufe des Schuljahres traten ausserdem noch 4 Knaben und 3 Mädchen in die Anunstalt ein; somit betrug die Gesamtzahl 03(70 Knaben und 23 Mädchen). Infolge Wegzugs der Eltern mussten jedoch wieder 4 Knaben und 3 Mädchen innerhalb des jahres die Schule verlassen.
Vor Beginn des Schuljahres wurde fierr Lehramtsreferendar Friedrich, der seit Herbst 1005 eine Lehrerstelle an unserer Anstalt verwaltete, nach Michelstadt an die Grossh. Realschule versetzt. Zu seinem Nachfolger ernannte das Grossh. Ministerium durch Verfügung vom 20. April 10006 den Lehramtsreferendar Adam Seibert aus Eckels- heim in Rheinhessen. Dieser trat seinen Dienst nach vorheriger Beendigung einer Swöchigen militärischen Uebung am 14. Mai hier an. Herr Referendar Seibert besuchte als Schüler die Realschule zu Alzey und später das Realgymnasium zu Darmstadt, studierte alsdann auf den Hochschulen zu Leipzig und Giessen reine und angewandte Mathematik und Physik und genoss endlich seine pädagogische Ausbildung in dem pädagogischen Seminar des Realgymnasiums zu Darmstadt. Hierauf übernahm er sein Amt an der hiesigen Schule.
Der Gesundheitszustand der Schüler und Schülerinnen war bis gegen das Ende des Schuljahres normal, wo alsdann wegen der Ungunst der Witterung häufigere Er— krankungen vorkamen. Von den Lehrern musste der Unterzeichnete wegen Erkrankung vom 5. November bis zum 8. Dezember Urlaub nehmen. Zur Vertretung für diese Zeit der Beurlaubung wurde Herr Lehramtsassessor Schimpf ernannt.
Die vaterländischen Gedenktage wurden im Kreise der Schule in der üblichen Weise gefeiert. Die Ansprachen übernahmen dabei an Grossherzogs bezw. Kaisers Geburtstag die Herren Schulverwalter Müller und Referendar Seibert. Unsere jugend nahm auch wiederum lebhaften Anteil an der äusseren Feier beider Feste seitens der hiesigen Garnison. Zur Feier des Sedantages veranstalteten wir für Schüler und Schülerinnen verschiedene Spiele auf dem Exerzierplatz.
Unter den Bewegungsspielen für Schüler wurde besonders eifrig das Fussball-— spiel gepflegt, woran sich ausser unseren Schülern auch noch frühere Schüler der An— stalt, die jetzt auswärtige höhere Lehranstalten besuchen, regelmässig beteiligten. Die


