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hielten, die mit Instrumental- und GeSangsvorträgen abwechselten. So kam in das etwas ein- förmige Leben des Internats erwünschte Abwechslung, die gleichzeitig mannigfache Anregungen bot und der rednerischen Schulung der künftigen Lehrer zugut kam. 1905 wurde ein Grund- stück angekauft zur Anlage eines Spielplatzes, ein Beweis dafür, dass auch auf die Uebung und Pflege des Körpers Wert gelegt wurde. Im gleichen Jahre erhielt das Lehrgebäude eine Niederdruck-Dampfheizung. Der nach Westen gelegene Anbau wurde im Rohbau 1906 vollendet und 1907 bezogen. Der in den nächsten Jahren geplante östliche Erweiterungsbau und der Ausbau der Turnhalle gelangten infolge des Krieges nicht mehr zur Ausführung. 1912 wurde der bis dahin 3klassige Lehrgang in einen 4klassigen umgewandelt, die Präparanden- anstalten wurden unter dem Namen Vorseminare mit den Seminaren in einen organischen Zusammenhang gebracht. Die Lehrerseminare waren damit zu 6klassigen Anstalten geworden. Durch Aufhebung des Vorseminars Wöllstein im Jahre 1920 wurde für Alzey auch die örtliche Vereinigung der 6 Klassen vollzogen, Die Kriegs- und Nachkriegsjahre brachten auch für unsere Anstalt eine schwere Zeit. Im Dezember 1914 wurde im Wohngebäude ein Reserve- lazarett für 20 Verwundete eingerichtet. In den folgenden Jahren betätigten sich die zurück- gebliebenen Schüler auf den verschiedensten Gebieten der Kriegsfürsorge. Mannigfache Schwierigkeiten und Sorgen bereitete in den Notjahren die Versorgung der Kostgemeinschaft. Ostern 1921 bdegann mit Rücksicht auf die geplante Umstellung der Lehrerbildung der Abbau der untersten(VI) Seminarklasse und die erstmalige Aufnahme von Schülern in die unterste Klasse der Aufbauschule. Das Jahr 1921 ist mithin das Gründungsjahr der Aufbau- schule Alzey. Jahr für Jahr wurde nun eine Klasse des Lehrerseminars abgebaut und an ihrer Stelle eine Aufbauschulklasse eingerichtet. Mit einer würdigen Feier, zu der zahlreiche Gäste erschienen waren, wurde am 6. März 1926 die letzte(l.) Klasse des Seminars entlassen. Das Lehrerseminar Alzey, das für die wissenschaftliche und pädagogische Schulung des Lehrer- . standes und damit für die Förderung und Hebung des kulturellen Lebens, vor allem auf dem Lande, Verdienstliches geleistet hat, hatte damit aufgehört zu bestehen; ein Stück hessischer Bildungsgeschichte hatte seinen Abschluss gefunden. Es ist begreiflich, dass Männer, die jahre-, ja jahrzehntelang ihre beste Kraft in den Dienst des Seminars gestellt hatten, sich mit seiner Beseitigung nur schwer abzufinden vermochten. Aus mehr als einem der Briefe, die in jenen Tagen dem Unterzeichneten zugingen, klingt bittre Wehmut, ernste Sorge und stille Klage. Ergreifenden Ausdruck. verlieh dem Ernst der Stunde auch die Festrede unseres Amtsgenossen Professor Seipel. Gegenüber den übertrieben ungerechten Vorwürfen, die gegen die Seminare erhoben wurden in den Jahren, in denen der Kampf um die neue Form der Lehrerbildung die Gemüter erhitzte, wird es einer späteren Zeit vorbehalten bleiben, sachlicher die Leistungen und Erfolge der Lehrerseminare zu würdigen. Das soll uns nicht hindern. zu hoffen und zu wünschen, dass die Neuordnung der Lehrerbildung, wie sie nach jahrelangem Bemühen nun in die Tat umgesetzt ist, dem Lehrerstande und unserem Volke zum Segen gereichen möge. Mit diesem Wunsche hat das Lehrerseminar Alzey seine Pforten geschlossen.
b. Das Schuljahr 1926/27.
Das abgelaufene Schuljahr nahm am 19. April 1926 mit der Aufnahmeprüfung seinen Anfang. Der Unterricht begann am 20. April nach einer Eröffnungsfeier, bei der Herr Studien- rat Knöpp die Ansprache hielt und der Direktor Mitteilungen zur Hausordnung machte. Der Lehrkörper erlitt folgende Aenderungen: Herr Studienassessor Friedrich Eckelhöfer wurde an die Oberrealschule und das Progymnasium Alzey versetzt, wo er seither schon z. T. beschäftigt war, der Hilfslehrer Herr Jakob Galle kam als Schulverwalter an die Volksschule zu Sprend- lingen i. Rh. An die Aufbauschule Alzey zurückversetzt wurde Herr Studienrat Philipp von Stein von der Oberrealschule und dem Progymnasium Alzey. Neu trat in den Lehrkörper ein Herr Studienassessor Dr. Ludwig Wolf von dem Gymnasium zu Mainz,
Der Gesundheitszustand der Lehrer und Schüler war mit einer Ausnahme im allge- meinen befriedigend; vom 11. bis 15. Januar musste der Unterricht in den Klassen UII-—UI wegen der Grippe geschlossen werden. Ueber 80 Schüler waren erkrankt, wozu der Mangel an besonderen Krankenzimmern des Schülerheims wesentlich beitrug.
Es ist höchste Zeit, dass der schon vor dem Krieg geplante Anbau an das Lehrgebäude, ebenso der Ausbau des Schülerheims unseren Anregungen entsprechend nun endlich der Ver- wirklichung entgegengeführt wird. Das Hochbauamt Mainz hat vortreffliche Pläne ausgear-


