Jahrgang 
1904
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F. Gottesdienst.

Die Seminaristen beteiligen sich regelmässig an dem Gottesdienst ihrer Religions- gemeinde.

G. Zur Geschichte der Anstalt.

Das Schuljahr hat am 25. April v. J. Legonnen und endet am 26. März d.J.

Infolge der starken Aufnahme musste die Unterklasse in zwei Parallelklassen- geteilt werden. Die dadurch nötig gewordenen neuen Lehrerstellen wurden durch Aller- höchstes Dekret vom 2. April lYuö dem Öberlehrer an der höheren Bürgerschule zu Dieburg, Herrn Geissler, und durch hohe Verfügung Grossherzoglichen Ministeriums des Innern, Abteilung für Schulangelegenheiten, vom gleichen Tage dem Schulverwalter an der höheren Mädchenschule zu Worms, Herın Gassner übertragen Herr Seminarlehrer Dieterich wurde durch Allerhöchstes Dekret vom 28 März 1903 zum Kreisschulinspektor bei der Kreisschulkommission Erbach mit Wirkung vom 16 April 1903 ernannt Dank für mehrjährige erfolgreiche Arbeit an unserer Anstalt und Wünsche, dass die Tätigkeit in dem neuen schönen Wirkungskreise volle Befriedigung gewähre,. wurden ihm in gemeinsamer Abschiedsfeier von Direktor, Kollegen nnd Schülern aus- gesprochen. Die erledigte Lehrerstelle wurde durch Allerhöchstes Dekret vom 2. April i903 dem Oberlehrer an der Volksschule zu Darmstadt, Herrn Höcker, übertragen.

Zu den Personalien wurde folgendes gegeben:

Heinrich Geissler, geboren am 11. Oktober 1872 zu Schaafheim, Kreis Dieburg, besuchte- die Volksschule seines Heimatsortes und das Gymnasium zu Aschaffenburg, das er nach bestan- dener Maturitätsprüfung 1891 verliess, um Philologie und Geschichte an den Universitäten Berlin und Giessen zu studieren. Die Staatsprüfung bestand er Sommer 1896 und legte sodann seinen Access am Neuen Gymnasium zu Darmstadt ab, worauf er Verwendung am Gymnasium zu. Bensheim fand. Militärdienst vom 1. Oktober 1898-1899. Hierauf Verwendung an der höheren Bürgerschule zu Dieburg, an der er am 17. April 1902 zum Oberlehrer ernannt wurde.

Otto Höcker, geboren am 6. Dezember 1859 zu Eichelsachs.n, Kreis Schotten, besuchte die Volksschule seines Heimatsortes, vom 8.-13. Jahre die Handels- und Gewerbeschule von Schwarz Osthofen und von da ab die Realschule zu Darmstadt; 1875 77 das Schullehrer- seminar zu Friedberg. Frühjahr 1579 bestand er die Schlussprütung und Mrz 1895 die erweiterte. Prüfung nach Art. 33 des Volksschulgesetzes. Nach Verwendung in Bosenheim, Bessungen, sowie in Darmstadt an der Vorschule des Gymnasiums und an dsr Viktoriarchule, wurde er zit mens an der Knabenmittelschule und seit April 1909 Oberlehrer an der Stadtmädchen- schule 1,

Der Gesundheitszustand war bei Lehrern und Schülern im ganzen gut,

Im Juli und August 1903 nahm Herr Professor Dr. Heineck an einem acht- wöchigen Fortbildungskurse für Zeichenlehrer teil.

Vom 23. bis 26. September 1903 wurde an unserer Anstalt unter dem Vorsitze. des Herrn Ministerialrats Dr. Eisenhuth die Prüfung der Lehramtsaspirantinnen abgehalten, der sich 30 Damen unterzogen. Gleichzeitig wurden auch 3 Aspiranten geprüft.

Die beiden Schulklassen zu Albig wurden von der Oberklasse besucht.

Am 20. Oktober 1903 wohnte Herr Ministerialrat Dr, Eisenhutlı dem Unter-. richte aller Klassen in mehreren Stunden bei.

Am 18. Januar 1904 besichtigte Herr Turninspektor Schmuck den gesamten Turnunterricht.

Die Geburtstage Sr. Kgl. Hoheit des Grossherzogs und Sr. Majestät des Kaisers. wurden wie alljährlich gefeiert; ersterer in der durch den schwereu Schicksalsschlag, der unseren Landesfürsten und mit ihm sein ganzes Volk getroffen, gebotenen ernsteren Form.

Klassenausflüge wurden im Juni 1493 nach Ems, nach der Sanlburg und an den Rhein veranstaltet; am Sedantage machten alle Schüler einen Gang nach Wendelsheim,,