F.: Gottesdienst.
Die Seminaristen beteiligen sich regelmässig an dem Gottesdienst ihrer Religions- gemeinde.
(5. Zur Geschichte der Anstalt.
Das neue Schuljahr hat am 17. April v. Js. begonnen und endet am 4. April d. Js.
Im Personalbestande sind mehrfache Änderungen zu verzeichnen. Durch Aller- höchstes Dekret vom 2. April 1902 wurde Herr Direktor Dr. Scheuermann mit Wirkung vom 1. Mai 1902 zum vortragenden Rat im Gr. Ministerium des Innern, Abteilung für Schul- angelegenheiten, unter Verleihung des Amtstitels„Oberschulrat“ ernannt. Bei Lehrern und Schülern mischte sich in die Freude über die ehrenvolle Beförderung das Bedauern über den Verlust des bewährten Führers.— Gleichzeitig wurde der Kreisschulinspektor bei der Kreisschulkommission Worms Professor Dr. Karg zum Direktor ernannt und am 1. Mai 1902 durch Herrn Ministerialrat Dr. Eisenhuth im Beisein von Vertretern staatlicher, städtischer und kirchlicher Behörden in den Dienst eingewiesen.— Mit Wirkung vom 1. April 1902 war Herr Professor Knoll zum Oberlehrer am Realgymnasium zu Darmstadt ernannt worden.— Die freigewordene Lehrerstelle wurde mit Wirkung vom 16. April 1902 zu- nächst provisorisch, sodann vom 1. Juli 1902 an definitiv dem evangelischen Pfarrer zu Albig, Herrn März, übertragen, und diesem bei seiner Ernennung zum Oberlehrer zugleich der Charakter als ‚Professor‘ verliehen.— Eine neuerrichtete Lehrerstelle wurde vom 16. April 1902 an provisorisch, sodann durch Allerhöchstes Dekret vom 20. Dezember 1902 definitiv mit dem Lehrer an der Präparandenanstalt zu Lindenfels, Herrn Maurer, besetzt. — Die Hilfslehrerstelle wurde mit Beginn des neuen Schuljahrs dem Schulverwalter zu Klein-Gerau, Herrn Metzger, übertragen, nachdem dessen Vorgänger, Herr Knöpp, zum Verwalter einer Schulstelle an der Volksschule zu Darmstadt ernannt worden war.
= den Personalien wurde folgendes gegeben:
Karl Karg wurde geboren am 8. September 1858 zu Bensheim a. d. Bergstrasse, besuchte die Volksschrde seiner Vaterstadt, sowie die Gymnasien zu Bensheim und Büdingen. Er studierte neuere Philologie zu Giessen, Heidelberg und Leipzig, promovierte 1884 mit der Dissertation:„Die Sprache Heinrich Steinhöwels“ und bestand im gleichen Jahre die Staatsprüfung. Nach Ablegung des Accesses fand er Verwendung an der Realschule und dem Progymnasium zu Friedberg. Von 1887 bezw. 1888 war er ebenda provisorischer und definitiver Lehrer am Schullehrerseminar. Seit April 1896 Kreisschulinspektor zu Worms.
2. Friedrich März wurde geboren zu Lambrecht(Pfalz) am 15. Juni 1859 als Sohn des Lehrers und nachmaligen Seminarpräfekten Thomas März, besuchte von 1869—1878 das Gymnasium zu Kaiserslautern und bezog dann zum Studium der Theologie die Universitäten Erlangen und Utrecht. 1882 legte er die Fakul- tätsprüfung, Frühjahr 1885 die Staatsprüfung ab. Nach Verwendung im Dienste der pfälzischen Kirche seit Oktober 1882 wurde ihm am 1. Mai 1887 die Pfarrei Albig übertragen.
3. Karl Maurer wurde geboren am 6. Dezember 1870 zu Ober-Eschbach im Kreise Friedberg. Nach Besuch der Volksschule seines Heimatortes war er von 1882—87 Schüler der Realschule zu Homburg v. d. Höhe. 1890 aus dem Schullehrerseminar zu Friedberg entlassen, verwaltete er eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Mainz, sodann von 1891—95 die Hilfslehrerstelle am Schullehrerseminar zu Alzey. 1892 bestand er die Schluss- prüfung und im März 1896 die erweiterte Prüfung nach Art. 33 des Volksschulgesetzes. 1895—1902 war er Lehrer an der Präparandenanstalt zu Lindenfels.
Der Gesundheitszustand war bei Lehrern und Schülern im ganzen gut.
Die beiden Schulklassen zu Albie wurden mit der Oberklasse besucht.
Am 19. Juni und 25. September 1902 wohnte Herr Ministerialrat Dr. Eisenhuth dem Unterrichte je in mehreren Stunden bei.
Die Geburtstage Sr. Kgl. Hoheit des Grossherzogs und Sr. Majestät des Kaisers wurden in üblicher Weise gefeiert.


