Jahrgang 
1896
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F. Gottesdienst.

Die Seminaristen beteiligten. sich regelmässig an dem Gottesdienst ihrer Reli- gionsgemeinde.

G. Zur Geschichte der Anstalt.

Seinen Anfang nahm das nun zu Ende gehende Schuljahr am 2. Mai vor, und es schliesst mit dem 31. März d. J.

Vor allem ist zu berichten, dassuch in diesem Jahre ein Wechsel im Personal- bestand der Anstalt eintrat. Dadurch, dass der provisorische Hilfslehrer Herr Karl Maurer zum Lehrer an der Präparanden-Anstalt in Lindenfels ernannt wurde, verlor die Anstalt einen treuen und gewissenhaften Lehrer, dem Kollegen und Schüler ein freundliches Andenken bewahren werden. An seine Stelle trat mit Wirkung vom 1. Juni v. Js. der Schulamtsaspirant Herr Hugo Knöpp aus Kohden, der uns schon am 16. August zur Ableistung seiner militärischen Dienstpflicht auf zehn Wochen wieder ent- zogen wurde.

Sonst nahm das Schulleben seinen gewohnten Verlauf; nur mussten wegen bau- licher Herstellungen im Wohn- und Lehrbau Sommer- und Herbstferien zusammengelegt werden. Der Gesundheitszustand liess zu wünschen übrig, da wir vielfach unter der Influenza zu leiden hatten.

Die Geburtstage Sr. Königlichen Hoheit des Grossherzogs und Sr. Majestät des Kaisers, sowie der Sedantag wurden in der herkömmlichen Weise gefeiert.

In den Tagen vom 1. bis 3. August v. J. unterzog Herr Oberschulrat Dr. Eisen- huth unsere Anstalt einer eingehenden Besichtigung und vom 5. bis 8. August weilte Herr Seminarlehrer Schmitt aus Mersburg hier, um im Auftrag der Gr. Badischen Regierung von den Einrichtungen des Seminars Kenntnis zu nehmen.

Die 150. Wiederkehr des Geburtstages Johann Heinrich Pestalozzis, des Vaters der modernen Volksschule, am 12. Januar d. J., gab Anlass zu einer besonderen Schulfeier, die im engeren Kreise der Anstält begangen wurde, indem der Unterzeichnete in längerer Rede ein Lebensbild dieses grossen Mannes entwarf und dessen pädagogische Ideen auf- grund seiner bedeutendsten Schriften auseinandersetzte.

Zur Feier des fünfundzwanzigjährigen Gedenktags der Wiederaufrichtung des deutschen Reiches veranstalteten wir unter gütiger Mitwirkung einer Zahl hiesiger Damen und Herren, denen auch an dieser Stelle unseren aufrichtigsten Dank zu sagen wir nicht unterlassen wollen, eine Musikaufführung, bei der neben anderem Wiltbergers Cantate: -Barbarossas Erwachen mit lebenden Bildern zur Darstellung kam. Diese schöne und erhebende Feier machte sichtlich auf alle Teilnehmer einen tiefen Eindruck, der sicher noch lange in ihnen nachklingen wird der schönste Lohn für alle Diejenigen, die zum Ge- lingen dieses Festes beigetragen haben.

Für das der Anstalt auch in diesem Jahre durch Ueberweisung von Büchern und Lehrmitteln bewiesene Wohlwollen sagen wir den gütigen Gebern hiermit verbind- lichsten Dank.

III