Jahrgang 
1887
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F. Gottesdienst.

Die Seminaristen beteiligen sich regelmässig an dem Gottesdienst ihrer Religions- gemeinden.

G. Chronik.

1. Das Schuljahr 1886/87 wurde am 17. Mai mit einer kurzen Feier eröffnet.

2. Am 22. Mai hielt Herr Kreisschulinspektor Dosch von Worms in der Turnhalle einen Vortrag über die Behandlung der Pflanzenkunde in der Volksschule.

3. Der Sedantag wurde durch eine Rheinfahrt nach St. Goar gefeiert.

4. Der Allerhöchste Geburtstag Sr. Königlichen Hoheit des Grossherzogs wurde durch einen Actus gefeiert, bei dem der Unterzeichnete überFriedrich Karl von Moser sprach. Hierauf fand ein gemeinsames Festessen der Lehrer und Seminaristen im Speise- saal der Anstalt statt.

5. Am 26. November beehrten die Herren(eh. Staatsrat von Knorr, Geh. Staatsrat Hallwachs und Geh. Oberschulrat Greim die Anstalt mit einem Besuch, um von dem Stand der Ausbildung der evangelischen Seminaristen in Orgelspiel und Choralgesang Kenntnis zu nehmen. Ausserdem hielt Herr Geh. Oberschulrat Greim noch einige In- spektionen ab.

6. Der Unterzeichnete war nach den Sommerferien zum Kurgebrauch 14 Tage beurlaubt.

7. Hilfslehrer Dieterich war vom 7. Februar ab zu einer militärischen Übung eingezogen.

8. Durch Anlegung zweier Kanäle ist die Abführung des Gebrauchswassers in einer den Forderungen der Gesundheitspflege entsprechenden Weise ermöglicht worden.

9. Im Frühjahr wurde das zur Baumschule angekaufte Grundstück eingefriedigt und angelegt unter weitgehender Peruckeishlipung der Bedürfnisse des Unterrichts in der Botanik. Die Herren Kreisschulinspektor Dosch und Landwirtschaftslehrer Dern in Worms haben uns hierbei mit ihren reichen Erfahrungen freundlichst unterstützt. Die Anstalt ist den Herren dafür zu besonderem Danke verpflichtet.

10. Für eine Anzahl wertvoller Geschenke sprechen wir den verehrten Gebern auch an dieser Stelle unseren verbindlichsten Dank aus.

11. Leider haben wir den Tod dreier hoffnungsvoller Schüler zu beklagen. Wäh- rend der Osterferien, am 9. Mai 1886, starb Karl Klöppinger aus Oppenheim, am 28. Mai Ferdinand Pollmann aus Bingen, am 16. Februar Friedrich Muth aus Worms; alle drei im Elternhause nach langen und schweren Leiden. Bei dem ersten Falle war der Ferien wegen eine Beteiligung der Anstalt an der Beerdigung nicht möglich; in den beiden letzten Fällen gaben einige Lehrer und eine grosse Anzahl Seminaristen das letzte Ehrengeleit.

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