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das Orcheſter mit. Während bisher Herr Oberpoſtſekretär Wunderlich die muſikaliſche Leitung allein hatte, wurde im Laufe des Winters noch eine zweite Uebungsſtunde unter Leitung des Herrn Muſiklehrers Leſſer eingerichtet. Durch Heranziehen von Schülern der unteren Klaſſen wurde für geeigneten Nachwuchs geſorgt.
12. Der Geſundheitszuſtand der Schülerſchaft war im allgemeinen gut, und die Verſäumniſſe gingen im großen und ganzen nicht über das übliche Maß hinaus. Die zahlreichen Grippeerkrankungen im Februar, die in einigen Klaſſen bis zu 50% betrugen, verliefen gutartig. Eine Schülerin der OII mußte aus geſundheitlichen Gründen im Januar die Schule verlaſſen. Die ſchulärztliche Beaufſichtigung lag in den Händen des Kreisarztes, Med. Rats Dr. Vogt, der im Oktober ſämtliche Schüler und Schülerinnen unterſuchte. Die Verſicherung der Schülerſinnen) gegen Unfälle im Schulbetrieb(einſchl. auf den Wegen von und zur Schule) hat ſich weiterhin bewährt Im Berichtsjahr wurden 12 Unfälle leichterer Art(leichte Knochenbrüche, Verſtauchungen uſw. meiſt beim Turnen und Spielen) der Verſich⸗Geſellſchaft gemeldet und die Koſten der Heilung(Arzt und Kur) an⸗ ſtandslos erſtattet.
13. Das Schulgeld betrug bis zur Durchführung der Verſtaatlichung für Einheimiſche 200, für Auswär⸗ 250 RM.(Jahresſatz), das Eintrittsgeld 5 RM. Ab 1. Okt. 28 wird von allen Schülern(innen) der Ein⸗ heitsſatz von 200 RM wie an den preußiſchen Staatsanſtalten erhoben. Freiſtellen waren verliehen: 9 ganze, 19 halbe, 3 viertel. Geſchwiſterermäßigungen gemäß miniſter. Beſtimmung genoſſen auf Antrag: 39 25%, 7 50%, 1 100%. An Erziehungsbeihilfen wurden gewährt: 1 mal 350, 1 mal 125, 4 mal 100, 1 mal 25, zuſammen 900 RM. Von dem geſamten Schulgeldaufkommen können verwendet werden 20% zu den oben ge⸗ nannten Freiſtellen, Geſchwiſterermäßigungen und Erziehungsbeihilfen ſowie zu dem weiteren Ausbau der Schülerhilfsbücherei.
14. Die Berufsberatung liegt in den Händen des Stud. Rats Dr. Haaß Sie wurde nur ſelten von den Eltern in Anſpruch genommen. Nach den miniſt. Beſtimmungen iſt ja auch die„eigentliche fachliche Beratung den Berufsämtern zu überlaſſen, während der Schule mehr als beſondere Aufgabe die Erziehung zur rechten Berufswahl bleibt“. Die amtlichen Merkblätter über Berufswahl und ausſichten wurden bekannt gegeben; daneben fanden gelegentliche Beſprechungen im Unterricht ſtatt. Die kleine Bücherei über die verſchiedenen Be⸗
rufe wird rege benutzt. IV. Der Elternbeirat.
Der Elternbeirat für die Zeit von Oſtern 28 bis Oſtern 30 wurde auf Anordnung des PSK. am 24. 6. 28 gewählt, oder vielmehr der Wahlakt erübrigte ſich, da nur eine Liſte eingegangen war. Zu den beiden beſtim⸗ mungsgemäß einberufenen Wahlverſammlungen waren nur 5 bezw. 6 Wahlberechtigte erſchienen, wie es bisher bei allen dieſen Verſammlungen der Fall war. Die Mitglieder des Elternbeirats ſind: Frau Brunner, Herr Kaſſeninſp. Vogel, Herr Kammerpräſident Dihle, Herr Kaufmann Schröder, Herr Lehrer Wagener und Herr Stud. Rat Dr. Haaß. Im Laufe des Berichtsjahres fand nur die konſtituierende Sitzung ſtatt, in der Herr Vogel zum Vorſitzenden gewählt wurde. Andere wichtige Beratungsgegenſtände lagen nicht vor, zumal da eine Reihe von Fragen in perſönlicher Ausſprache erledigt werden konnte.
V. Verſchiedenes.
Gebäude, Einrichtungen und Lehrmittelſammlungen. Die im nördlichen Flügel des Hauptgebäudes ge⸗ legenen und bisher als Wohnungen vermieteten Räume wurden zu Schulzwecken zur Verfügung geſtellt(vergl. unter VI, letzter Abſchnitt) Daher konnten eine Anzahl von Klaſſen durch Entfernung von Zwiſchenwänden ver⸗ größert und neue Räume für den Unterricht und für die Sammlungen hergerichtet werden.
Der Hausmeiſter erhielt die nach dem Schulhof gelegene geräumige Wohnung des Erdgeſchoſſes. Nach der Straße hin wurde ein Raum von rd. 56 qm als Zimmer für die phyſik. u. biolog. Schülerübungen geſchaffen, der bisher fehlte. Daneben erhielt die biolog. Sammlung ein großes, freundliches Zimmer zur überſichtlichen Aufſtellung der Unterrichtsmittel.


