Jahrgang 
1911
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Wir zogen deshalb mit Trommeln und Pfeifen zum oberen Königsberg, wo eine Feier ſtattfand, bei der der Direktor über die Bedeutung des Sedantages für das deutſche Volk und über unſere

Pflicht ſprach. Dienstag, den 20. September fand die Herbſt⸗Schlußprüfung unter Vorſitz des Direktors ſtatt.

Herbſtferien: Sonnabend, den 24. September bis Montag, den 10. Oktober. An die Stelle des an die Deutſche Schule in Brüſſel beurlaubten Kandidaten d. h. L. Schneider trat der Kandidat d. h. L. Kneuper(ſ. Verfügung).

In den Monaten Oktober und November wurden zwei für die Entwicklung der Anſtalt ſehr wichtige Beſchlüſſe gefaßt.

Nachdem am 11. Juni ein zur Abſtimmung gebrachter Antrag auf Ausbau eine Mehrheit nicht gefunden hatte, beſchloß der Gemeinderat am 21. Oktober mit 10 gegen 5 Stimmen, was folgt:

Die Stadt Arolſen iſt bereit, ihr Realprogymnaſium zu einer Vollanſtalt auszubauen, wenn der durch dieſen Ausbau entſtehende Koſtenbedarf, welcher nach der dieſem Beſchluſſe beigefügten Berechnung auf 18 740 Mk. angenommen iſt, in der Weiſe ſicher geſtellt wird, daß vom Staate die erhofften 8000 Mk. und vom Kreiſe der Twiſte die in Ausſicht ge⸗ ſtellten 1500 Mk. dauernd bewilligt werden, daß ferner von der Stadt Arolſen, neben ihren bisherigen Leiſtungen von 16 120 Mk. nur noch ein weiterer Zuſchuß von höchſtens jährlich 7000 Mk. zu leiſten iſt und der dann noch ungedeckt bleibende Betrag, ſoweit er zunächſt durch weitere Zuſchüſſe, ſei es des Staates, ſei es des Kreiſes der Twiſte, oder beider gemeinſchaftlich nicht ſollte aufgebracht werden können, durch eine Steigerung des Schulgeldes durch die nicht einheimiſchen Schüler um jährlich 20 Mk. aufgebracht wird, und daß, falls die errechneten 18 740 Mk., ſei es infolge des Ausbaues ſelbſt, ſei es ſpäter, überſchritten werden ſollten, die Deckung entweder vom Staate, oder vom Kreiſe der Twiſte, oder durch Erhöhung des Schulgeldes, oder durch dieſe drei Faktoren gemein⸗ ſchaftlich werden aufgebracht werden. Eine Erhöhung des Schulgeldes über die durch dieſen Beſchluß und ſeine Anlage feſtgeſetzten Sätze hinaus vor Ablauf von 10 Jahren darf indeſſen nicht erfolgen.

Der Gemeinderat ſpricht dabei ſeine Anſicht dahin aus, daß der vom Kreiſe der Twiſte in Ausſicht geſtellte Betrag von 1500 Mk. in keinem richtigen Verhältnis ſteht zu dem Beſuche der Anſtalt von Schülern aus den Gemeinden dieſes Kreiſes und ebenſowenig in einem richtigen Verhältnis ſteht zu den Vorteilen, die die Kreisgemeinde von der Ge⸗ meinde Arolſen durch Steuerleiſtung und Nichtinanſpruchnahme der Einrichtungen des Kreiſes genießt.

Nachdem darauf der Gemeindevorſtand zu Arolſen in einem Geſuch vom 12. November einen Staatszuſchuß von 8000 M., der Gemeindevorſtand zu Bad Wildungen in einem Geſuche vom 14. November einen ſolchen von 4000 M. erbeten hatte, beſchloß der Landtag am 19. November nach eingehender Beſprechung der vorliegenden Verhältniſſe mit 12 gegen 2 Stimmen,die Petitionen dem Herrn Landesdirektor mit der Bitte zu überweiſen, dahin wirken zu wollen, daß durch einen Nachtragsetat im nächſten Jahr die Mittel zu den gedachten Zwecken und in der in den Petitionen gewünſchten Höhe bereit geſtellt werden.