Am 20. Januar gab Dr. Beſt einen Überblick über die Geſchichte Waldecks, am 27. Januar ſprach Oberlehrer Dr. Schnöring über den Kaiſergedanken von 1806—1871.— Ein Untertertianer wurde durch ein Geſchenk Sr. Majeſtät des Kaiſers und Königs ausgezeichnet.
Donnerstag, den 20. Januar von 12 Uhr ab wurde in dem Konferenzzimmer des Real⸗ progymnaſiums unter dem Vorſitz des Herrn Geh. Oberbaurats Delius und des herrn Geh. Oberregierungsrats Tilmann unter zahlreicher Beteiligung der ſtaatlichen und ſtädtiſchen Behörden über den Ausbau des Realprogymnaſiums zu einer Vollanſtalt beraten. Nach eingehender Be⸗ ſichtigung ſämtlicher Räume, die keinen öweifel darüber ließ, daß unter allen Umſtänden ein gut belichteter Seichenſaal, eine Turn- und Verſammlungshalle und eine Schuldienerwohnung beſchafft werden müſſen, wurde feſtgeſtellt, daß beim Ausbau zu einer Vollanſtalt den Anfor- derungen durch einen mit dem Unterrichtsgebäude durch einen gedeckten Gang verbundenen Erweiterungsbau und durch Errichtung von drei neuen Oberlehrerſtellen genügt wird. Wenn herr Geh. Oberregierungsrat Tilmann während der Verhandlungen ſagte, daß er den Aus- bau als eine Wohltat für Krolſen anſehe, ſo ſprach er im Sinne aller ſachverſtändigen Behörden, denen die Stadt für die wohlwollende Förderung ihrer Sache zu großem Dank verpflichtet iſt.— Das Ergebnis der Beratung iſt ſehr günſtig, da der Erweiterungsbau, der auf die Bitte der Stadtverwaltung im Miniſterium für öffentliche Arbeiten entworfen wurde, für 99 000 Mk. her⸗ geſtellt werden kann, ſo daß zu hoffen iſt, daß die Koſten, die nun ohne Schwierigheit endgiltig feſtzuſtellen ſind, das erträgliche Maß nicht überſteigen.
In ſeinem Erlaß vom 31. Januar 1910 erklärt der Herr Unterrichtsminiſter ſich nunmehr „bereit, den Ausbau der Anſtalt zu einem Realgymnaſium zu genehmigen, vorausgeſetzt, daß die er⸗ forderlichen einmaligen und laufenden Koſten bereitgeſtellt werden können“, und fügt hinzu:„In dieſer Beziehunng werden die ſtädtiſchen Behörden und der Herr Landesdirektor in Arolſen in weitere Erwägngen einzutreten haben.“ Zum Schluß ſagt der Herr Miniſter:„Die Beſeitigung der Mängel des Anſtaltsgebäudes muß übrigens auch für den Fall gefordert werden, daß der Ausbau der Anſtalt zu einer Vollanſtalt nicht zuſtande kommen ſollte.“
Die Schlußprüfung fand unter dem Vorſitz des Direktors Dienstag, den 8. März, ſeatt.
Am Schülerbriefwechſel beteiligten ſich bis zuletzt 3 Sekundaner[2 Franz., 1 Engl.). Mehrere andere wurden von ihren engliſchen freunden im Stich gelaſſen.
Der Geſundheitszuſtand der Schüler war gut. Dagegen wurde im letzten Vierteljahr der Unterricht öſter durch leichte Erkältungskrankheiten der Lehrer geſtört.
Die Schüler wurden viermal vom Schularzt unterſucht.
Das Schuljahr ſchloß Sonnabend, den 19. März, mit der Entlaſſung der abgehenden Schüler, bei der der Direktor auf die Pflichten eines deutſchen Knaben und Jünglings hinwies.
Aus dem Lehrerkollegium ſcheiden aus Oberlehrer Dr. Schnöring, um in gleicher Eigen⸗ ſchaſt an der Oberrealſchule in Hagen zu wirken, und der wiſſenſchaſtliche Hilfslehrer Dr. Beſt, der als Oberlehrer an die Oberrealſchule in Oldesloe berufen wurde.
Das Kuratorium bilden folgende Herren: Bürgermeiſter Major a. D. von Griesheim als Vorſitzender und Vertreter der Stadt bei den Prüfungen, Kaufmann Hartmann, Sparkaſſen- Kaſſierer Sälzer, Schloßprediger Knoll als ſtaatlicher Vertreter, der Direktor.


