Jahrgang 
1914
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der fast jeden Mittag spielt und ca. 20 Mitglieder zählte. Eine große Anzahl der Schüler beteiligte sich an dem oben erwähnten Wetturnen vom 19. Oktober. Jede Klasse unternahm neun Ausslüge, die meistens zwei bis drei Stunden dauerten, einer jedoch sich je nach der Klasse auf einen Tag, auf zwei oder drei Tage ausdehnte. Jm letzten Vierteljahr hat sich auch eine Gruppe der Wandervögel

gebildet. Die»Jubiläumsstiftung ehemaliger Schüler der Alsfelder Realschule

1911«' bedurfte der Genehmigung des Großherzogs, deren Erlangung die Erfüllung mancher Vor- bedingungen voraussetzte. Auch die Frage der sicheren, unantastbaren Anlegung des Stiftungsver- mögens, das auf 4000 Mark angewachsen war, erforderte viele Erwägungen. Der tatkräftigen Mit- arbeit der Herren Grünewald, G. Ramspech ll., Vogeley und Julius Waldeck gelang es, die Verhandlungen mit der« entgegenkommenden Unterstützung der Bürgermeisterei, des Kreisamts und des Ministeriums zu gutem Ende zu führen. Das Ergebnis ist die folgende Stiftungsurkunde Mittelst Allerhöchster Entschließung vom 7. März 1914 hat Seine Königliche Hoheit der Großherzog geruht, der»Jubiläumsstiftung ehemaliger Schüler der Alsfelder Realschule 1911«« seine Ge-

nehmigung zu erteilen. Stiftungs-Urkunde

Zur bleibenden Erinnerutig an die Feier des 50jährige11 Bestehens der Alsfelder Realschule beschloß eine größere Anzahl ehemaliger Schüler der Anstalt, eine Stiftung zu errichten. Zur weiteren Verhandlung wurden beauftragt und bevollmächtigt die Unterzeichneten, nämlich: Kommerzienrat Karl Grünewald Direktor Gustav Ramspech Il· Fabrikant Wilhelm Vogeley Kaufmaiin Julius Waldech. Oberrealschuldirektor Dr. Heinrich Pitz sämtlich in Alsfeld wohnhaft. Auf Grund dieses Auftrages und dieser Vollmacht errichten hiermit die Unterzeichneten, zugleich im Namen der übrigeii Spender, diese Stiftungs-Urkunde 1. DieStiftung soll denNamen führen:»Jubiläumsstiftung ehemaliger Schiiler der Alsfelder Realschitle1911««. 2. Zweck der Stiftung ist die Unterstützung bedürstiger Schüler in diskreter Weise bei Klassenausflügen, sowie die Förderung von Veranstaltungen, die der Gesamtheit der Schüler zugute kommen.

§ Z. Die Höhe des Stiftungskapitals beträgt 4000 Mark. Dieses Kapital wird in das Staatsschuldbnch für das Großherzogtum Hessen auf den Namen:»Jubiläumsstiftung ehemaliger Schüler der Alsfelder Realschiile 1911 unter der Verwaltung der Großherzoglichen Direktion der Oberrealschule zu Alsfeld« mit der in§ 4 an- gegebenen Veschränknng eingetragen.

§ 4. Dem Staatsschuldbuch gegenüber steht das Verfügungsrecht über das Kapital einem Kuratorium zu, das als Vorstand der Stiftung zu gelten hat.

§ 5. Das Kuratorium setzt sich zusammen aus dem jeweiligen Direktor der Anstalt und vier in Alsfeld wohnenden früheren Schülern derselben, von denen zwei durch den Lehrerrat der Schule und zwei durch den Gemeinde- rat der Stadt Alsfeld auf die Dauer von sünf Jahren möglichst aus der Zahl der Stifter gewählt werden. Die Direktirm hat der Staatsschuldenkasse in Darmstadt nach jeder Wahl die Zusammensetzung des Kura- toriums mitzuteilen.-

§ 6. Das Kuratorium ist verpflichtet, das Stiftungskapital in der Höhe voki wenigstens vier Tausend Mark dauernd zu erhalten und über die stiftungsgemäße Verwendung zu wachen-

§ 7. Die Großherzogliche Direktion der Oberrealschule zn Alsfeld ist berechtigt, die Zinsen zu vereinnahmen und über die zweckentsprechende Verwendung zu entscheiden. Sie führt darüber ein Kassebuch, in das aber die Namen der Unterstützten nicht eingetragen werden. Am Schlusse jeden Schuljahres legt sie dem Kuratorium eine Jahresrechnnng zur Kenntnisnahme und Prüfung vor. Die von dem Kuratorium nach der Prüfung unterschriebene Jahresrechnung muß den Schulakten beigefügt werden. Die Einnahmen und Ausgaben der Stiftung erscheiiien nicht im Zusammenhang mit der Rechnung der Oberrealschule Alsfeld-

gez. Dr. Pitz, Carl Grünewald, Vogeley Alsfeld« dm 24' Februar 1914 Gustav Ramspech ll., Julius Waldeck.«

Jn das Kuratorium der Stiftung wurden gewählt a) vonseiten des Gemeinderats der Stadt Alsfeld die Herren: Rentner Heinrich Koch XIV. und Fabrikdirektor Gustav Ramspech II., b) von seiten des Lehrerrats die Herren Kommerzienrat Grünewald und Fabrikant Wilhelm Vogeley. Das Vermögen der Stiftung ist in das Staatsschuldbuch eingetragen worden. Allen Spendern und allen denjenigen, die bei Durchführung hilfreich Initgearbeitet haben, sei auch an dieser Stelle herz- lichst gedankt.