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Schulgemeinde nebſt den Angehörigen der Schüler und Schülerinnen zum erſten Male zu einer Feier in der Aula verſammelt. In ſeiner Anſprache hieß der Leiter die neuen Mitarbeiter ſowie die Schüler und Schülerinnen willkommen und wies auf die Bedeutung der Stunde für die Herderſchule hin. Er beſchäftigte ſich ſodann mit der Perſönlichkeit Herders und ſeinen pädagogiſchen Anſchauungen und betonte die Verpflichtung der Schule, in Zukunft den Geiſt des Mannes, der ihr den Namen gegeben hat, zu pflegen und in ſeinem Sinne an der Erziehung der Jugend zu arbeiten. Mit dem Wunſche, daß in der neuen Schule ſtets ein fröhlicher Sinn bei ernſter Arbeit herrſchen möge, erklärte der Leiter das erſte Schuljahr für eröffnet.
Nach der Feier begaben ſich die Schüler und Schülerinnen unter der Führung der Ordinarien in die Klaſſen, und der Unterricht begann.
Am Dienstag, den 9. Mai fand in der Aula eine Schulfeier zur Erinnerung an den Tag ſtatt, an dem vor 40 Jahren zu Frankfurt a. M. der Friede zwiſchen Deutſchland und Frankreich geſchloſſen wurde. Der Leiter wies in ſeiner Anſprache auf die Bedeutung des Tages hin, indem er beſonders die Entwickelung Deutſchlands in den letzten 40 Jahren hervorhob und auf die Pflichten aufmerkſam machte, die daraus der gegenwärtigen und der kommenden Generation erwachſen.
Am 13. Juni machte die Sexta mit ihrem Klaſſenlehrer und Herrn Fries ihren Klaſſenausflug auf den Feldberg. Am 16. Juni fanden die Frühlingsausflüge der Herderſchule ſtatt; die 10. Klaſſe ging mit Frl. Koslowska in den Stadtwald, ebenſo die 3. Vorſchulklaſſe mit Herrn Fries, während die 5., 6. und 7. Klaſſe mit ihren Lehrerinnen und dem Leiter von der Hohen Mark nach der Saalburg gingen; dort wurde das im Ruckſack mitgebrachte Mittageſſen im kühlen Schatten alter Bäume auf den Reſten römiſcher Wirtshäuſer verzehrt, dann ging es durch den Wald nach Homburg, von wo aus die Elektriſche die fröhliche Schar nach Hauſe beförderte.
Am 2. September wurden zur Feier des Sedantages von den einzelnen Klaſſen Ausflüge in den Stadtwald und nach dem Taunus unternommen. Am 30. September wurde auf Anordnung des Miniſters im Unterricht der Kaiſerin Auguſta und ihrer Zeit gedacht.
Wenn wir auch in dieſem Jahre davon abſehen mußten, eine öffentliche Weihnachtsfeier abzuhalten, ſo ließen die Schüler und Schülerinnen es ſich doch nicht nehmen, ſich und ihre Lehrer und Lehrerinnen am 20. Dezember durch eine Feier in kleinem Kreiſe durch Geſang und Vorträge in eine weihnachtliche Stimmung zu verſetzen.
Bei der Feier des Geburtstags S. M. des Kaiſers gedachte Herr Fries in ſeiner Rede der 200. Wiederkehr des Geburtstags Friedrichs des Großen, indem er den Kindern den großen Preußen⸗ könig als Menſch und als Herrſcher vor Augen führte, und auf ſeine Bedeutung für das heutige Preußen und Deutſchland hinwies.
Mit dem Schluſſe des Schuljahres ſcheidet die Hilfslehrerin Frl. Weitzel aus dem Kollegium aus, begleitet von den beſten Wünſchen des Kollegiums und der Schülerinnen; die Schule iſt ihr für ihre treuen Dienſte großen Dank ſchuldig.
Der Geſundheitszuſtand im vergangenen Schuljahre war durchweg gut; vom Kollegium fehlte Herr Oberlehrer Dr. Schweikart 4 Tage(am 21. November, am 5. Februar und am 12. und 13. März); unter den Schülerinnen kamen außer leichten Erkältungen keine ernſteren Erkrankungen vor.
IV. Statiſtiſche Mitteilungen. Zahl und Ddurchſchnittsalter der Schülerinnen
Befreiungen vom Unterricht. und Schüler.
. 3 ſe, Vor⸗ Er waren befreit von V. VI. VII V X. Sexta un. V. VI. VII. X. Serta Beierer remdſprachen——— 1. Am Anfang des Ferdſße 9— 8 Sommerhalbjahrs 18 10 9 14 44 10
h— V 2. Am Anfang des Zeichnen 1— Winterhalbjahrs. 19 12 11 12 43 12 Turnen. 1 2—— 1— 3. Am 1. Februar Gingen.——= 1—= 13142, 20 ¹3 12 13 43 12
4. Durchſchnittsalter
Nadelarbeit 141—S am 1. Februar 1912 12,7 11,4 10,41 7,8 10,8 7,2


