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Bericht Kber die Weſervecent ig. Lehrer und Schüler des ydoſane Fridericianum
29 e zu Laubach
aWirderich des Ceindungenges. +†ᷣ—*
m 29. und 30. Auguſt hatten die ehemaligen Lehrer und Schüler des Gymnaſiums Fridericianum in Laubach eine Zuſammenkunft aus Anlaß der 50jährigen Wiederkehr des Tages, an dem die Anſtalt als Gymnaſium gegründet worden iſt. Wenn auch das Gym⸗ naſium an ſich der Ungunſt der Zeitverhältniſſe zum Opfer gefallen iſt und heute nur noch als Realſchule fortbeſteht, ſo waren doch die ehemaligen Lehrer und Schüler aus allen Gauen Deutſchlands herbeigeeilt, um der Feier beizuwohnen und dadurch ihrer Anhänglichkeit an ihr ehemaliges Gymnaſtlim Ausdruck zu geben. Schon vor 2 Jahren, gelegentlich der 1. Zu⸗ ſammenkunft, hatte ſich eine Vereinigung ehemaliger Lehrer und Schüler gebildet, die auch die heutige Tagung veranſtaltete. Eingeleitet wurde die Tagung durch eine Geſchäftsſitzung, die am Samstagnachmittag im Solmſer Hof ſtattfand. Hier wurde unter anderem beſchloſſen, für das hieſige im Bau begriffene Krankenhaus den Betrag von 100 Reichsmark zu ſtiften, weiter wurde der Gedanke angeregt, eine Sammlung von allen Werken, die von ehemaligen Schülern verfaßt worden ſind, anzulegen. Im Mittelpunkt des Feſtes ſtand der Begrüßungs⸗ abend, der am Samstagabend im Solmſer Hof ſtattfand. Es war eine Freude, zu ſehen, wie zumal die zahlreich erſchienenen älteren Herren hier ihre früheren Lehrer und Kameraden begrüßten. Eröffnet wurde die Verſammlung durch den Vorſitzenden der Vereinigung, Herrn Studienrat Frank, jetzt am Realgymnaſium in Gießen tätig, der Herrn Oberſtudiendirektor Dr. Müller, Offenbach, das Wort zu der Feſtrede erteilte, die die humaniſtiſche Bildung im allgemeinen und im beſonderen für die Gegenwart in tiefgründigſter Weiſe behandelte.
Der Redner würdigte zunächſt die Verdienſte des Grafen Friedrich, der im Jahre 1876 unter Mitwirkung der Stadt die Schule gegründet hat, und gab einen Ueberblick über die Geſchichte der Anſtalt. 1879 als Vollanſtalt ausgebaut, blieb das Fridericianum gräfliches Privatgymnaſium und wurde erſt im Jahre 1890 vom heſſiſchen Staate übernommen. Zahlreiche bedeutende Männer ſind aus der Schule hervorgegangen. Jetzt iſt das Gymnaſium der Ungunſt der Zeitverhältniſſe zum Opfer gefallen und vor drei Jahren in eine Realſchule umgewandelt wor⸗ den. Der Plan einer ſolchen Gründung war kühn und konnte nur gelingen, wenn alle beteiligten


