Weihelied.
1. Stimmt an mit hellem hohen Klang, ſtimmt an das Lied der Lieder, des Vaterlandes Hochgeſang, das Waldtal hall es wieder.
2. Der alten Baeden Vaterland, dem Vater⸗ land der Treue, dir, freies unbezwungnes Land, dir weihn wir uns aufs neue.
3. Zur Ahnentugend wir uns weihn, zum Schutze deiner Hütten; wir lieben deutſches Fröhlichſein und alte deutſche Sitten.
4. Die Barden ſollen Lieb und Wein, doch öfter Tugend preiſen, und ſollen biedre Männer ſein in Taten und in Weiſen.
5. Ihr Kraftgeſang ſoll himmelan mit Ungeſtüm ſich reißen, und jeder echte deutſche Mann ſoll Freund und Bruder heißen.
Kheinlied.
1. Strömt herbei, ihr Völkerſcharen, zu des deutſchen Rheines Strand! Wollt ihr echte Luſt erfahren, o ſo reichet mir die Hand! Nur am Rheine will ich leben, nur am Rhein geboren ſein, wo die Berge tragen Reben und die Reben goldnen Wein, wo die Berge tragen Reben und die Reben goldnen Wein!
2. Mögen tauſend ſchöne Frauen locken auch mit aller Pracht, wo Italiens ſchöne Auen, wo in Düften ſchwelgt die Nacht: nur am Rheine will ich lieben, denn in jedes Auges Schein: ſtehet — es geſchrieben: nur am Rheine darfſt du rein!:
3. Mag der Franzmann eifrig loben ſeines Weines Allgewalt, mag er voll Begeiſterung toben,
wenn der Kork der Flaſche knallt: nur am Rheine
will ich trinken einen echten deutſchen Trank, und ſo lang noch Becher blinken, töne laut ihm Lob und Dank!
4. Und wenn ich gelebt in Wonne und geliebt in Seligkeit und geleeret manche Tonne, wandr' ich gern zur Ewigkeit. Nur am Rheine will ich ſterben, nur am Rhein grabt mir mein Grab, und — leßten Glaſes Scherben werft in meine Gruft
inab!
1. Im weiten deutſchen Reiche da liegt ein Städtlein klein, im Ring von grünen Bergen ein heller Edelſtein. Ein klarer Fluß umſpielet des trauten Städtleins Fuß; und ſeine Höhe ſendet dem Himmel frommen Gruß. Du Stadt, die uns geboren, dir ſei ein Gruß geweiht. O mögſt du lieblich grünen und blühen allezeit!
2. Nicht weltberühmten Namen das kleine Städtlein trägt, nicht breite ſtolze Straßen die Mauer dort um— hegt; der Fluß trägt keine Schiffe, ein Dampfzug kreuzt das Tal, doch lieblich iſt's, zu ſchauen im hellen Sonnen⸗ ſtrahl. Du Stadt, die uns geboren, dir ſei ein Gruß geweiht. O mögſt du lieblich grünen und blühen
allezeit!
3. Vier alte Burgen zeugen von längſt vergangener Zeit; drei Türme ſtattlich ragen, man ſieht ſie weit und breit. Dran kann es leicht erkennen, wer nur das Städtlein ſieht; wir grüßen es mit Freuden, ihm gilt dies Ehrenlied. Du Stadt, die uns geboren, dir ſei ein Gruß geweiht. O mögſt du lieblich grünen und blühen
allezeit!
4. Und zu dem Städtlein ziehen die Herzen ſtets zurück, dort ſtand ja unſere Wiege, dort lacht der Kind⸗ heit Glück. Dort ruhen unſre Toten im heimatlichen Sand wir wollen's treulich pflegen und lieben un⸗ verwandt. Du Stadt, die uns geboren, dir ſei ein Gruß geweiht. O mögſt du lieblich grünen und blühen
allezeit!


