Aufsatz 
Festschrift zur Feier des 25-jährigen Bestehens der Höheren Bürgerschule (jetzt Realschule i.E.) zu Schlitz am 27. Juni 1925. Hrsg. v. dem Lehrerkollegium der Realschule am 19. April 1880
Entstehung
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dur Geſchichte des höheren Schulwoſens in Ächlih.

von Oberpfarrer Hermann Knodt.

1. Die Rektoratsſchule von 1550 100l.

Es iſt bekannt, daß die deutſche Reformation Luthers nicht nur die Schöpferin der Volksſchule, ſondern auch des höheren Schulweſens in Deutſchland geweſen iſt. Bis in die entfernteſten Dörfer trug die deutſche evangeliſche Kirche Luthers in zielbewußter Erziehungsarbeit echte deutſche und chriſtliche Bildung und Geſittung. Die meiſten Lehrer des Jahrhunderts der Reformation, auch an den Landſchulen, waren ſtudierte Theologen, die als Magiſter die erſten Jahre ihres Amtes dem Lehrberuf widmeten. Das gilt auch von Schlitz. Schlitz hatte ſchon in katholiſcher Zeit 3 Geiſttliche, einen Pfarrherrn, einen Kaplan und einen Vikar. Letzterer war perſönlicher Aſſiſtent des 1. Geiſtlichen und lebte offenbar in deſſen Hauſe. Eine dritte geiſtliche Stelle zur Gründung und Leitung einer Lateinſchule geſchaffen zu haben iſt das bleibende Verdienſt des Junkers Friedrich von Schlitz genannt von Görtz, 1560, deſſen Grabmal ſich im Chor der Kirche befindet. Die Dotation der Rektoratsſtelle, die heute noch vorhanden iſt, und zur Zeit von der Stadt verwaltet wird, geht auf dieſe Stiftung des gräflichen Hauſes zurück. Ihr Hauptbeſtandteil iſt das ſogenannte Herren Friedrichs Lehen, das aus Einkünften von Gütern in Nieder-⸗Joſſa entſtanden iſt. Wir geben in Folgendem die Reihe der Rektoren als der Leiter der Schlitzer Lateinſchule, um ſodann über die Lehrpläne in den verſchiedenen Jahrhunderten zu berichten:

1. Heinrich Schröder, 1572 erwähnt als erſter bekannter Rektor von Schlitz. 1572 wurde ſein Sohn Johannes Schröder geboren, der ſpätere berühmte Theologe, Inſpektor zu Lauterbach, Super⸗ intendent zu Schweinfurt und Nürnberg. Heinrich Schröder ſtarb 1611 als Pfarrer zu Grebenau.

2. Georg Herwig von Herleshauſen bis 1614, wo er als Pfarrer nach Hartershauſen kam.

3. Johannes Georg Schröder 1614 erſter Präzeptor zu Schlitz, Sohn von 1., kam als Rektor nach Nürnberg.

4. Hofmeiſter aus Treyſa bei Ziegenhain ſpäter Pfarrer zu Grieſa.

5. Magiſter Johannes Heil aus Schlitz 162025 Oberſchul⸗ meiſter zu Schlitz, ſtirbt 1659 als Pfarrer von Hopfmannsfeld.

6. Balthaſar Mann Präzeptor der hieſigen Schule, wurde durch die Gegenreformation ins Exil geſchickt 1625.

7. Martin Bartholomäus Schellenberger aus dem Waldeck iſchen 1638. Später Pfarrer in Waldeck.

8. Konrad Gemmer, Präzeptor, ſpäter Pfarrer zu Wehrden.

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