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ſchaft unternommen. Er fand im entſcheidenden Augenblick nicht das erhoffte Entgegenkommen und hat offenbar ſpäter ganz auf dieſen Plan verzichtet, denn ſein Name wird nicht mehr in den engliſchen Staatspapieren erwähnt.
Der Vertrag Eliſabeths mit Steinberg ſcheint in den nächſten Jahren noch keine praktiſchen Folgen gehabt zu haben. Sein Name wird erſt wieder im September 1566 genannt, wo er auf Veranlaſſung von Thurland ¹) mit 20— 30 geſchickten deutſchen Knappen nach England berufen wurde, um einige neu entdeckte Minen zu unterſuchen. Thomas Greſham hatte bei Johann Fugger in Antwerpen 500 Kronen als Sicherheit hinterlegt für die Sendung dieſer Deutſchen.²) Inzwiſchen aber hatte der engliſche Bergbau bereits eine bedeutende Ausdehnung gewonnen durch Verträge und Herbeiziehung anderer Deutſchen. Am 10. September 1564 beſtand bereits eine Bergbaugeſellſchaft zur Ausbeute der Erze, an deren Spitze Thurland und der Deutſche Sebaſtian Spydel ſtanden. Dieſe und ihre Geſellſchaft ſuchten darum nach, daß ihre Befugnis zum Abbau von Erzen in gewiſſen Grafſchaften in England nnd Wales auch auf Daniel Hech⸗ ſtetter übertragen und angewieſen werde. Die Beſtimmungen, unter welchen Thurland und Hechſtetter die Erzminen in gewiſſen Teilen des Königreichs betreiben ſollten, wurden im Privilegienbuch niedergelegt, ³) und Eliſabeth ſchloß am 10. Oktober desſelben Jahres mit beiden ein Abkommen in Betreff der Entdeckung und Ausbeutung der Mineralien. ⁴) Auf Grund dieſes Abkommens waren die Unternehmer während der erſten Zeit ihrer Arbeiten von allen Abgaben und Zehnten befreit. 5) Im Juli des folgenden Jahres erhielten ſie auch die Ermächtigung, alle unordentlichen Perſonen, die in den Bergwerken beſchäftigt waren, zu verhaften.²) Das junge Unternehmen hatte aber offenbar im Anfang mit Geldnot zu kämpfen, denn Thurland klagte Cecil im Juli 1565, er ſei Schulden halber in Haft, die Suche nach Mine— ralien habe ihn arm gemacht. Dabei aber ſandte er dem Staatsſekretär ein Stück Erz aus Borromdale mit der frohen Meldung, dasſelbe finde ſich dort in Hülle und Fülle. Auch Daniel Hechſtetter bemühte ſich, noch kapitalkräftige Leute herbeizuziehen. Er ſuchte zur ſelben Zeit um das Privileg nach, Waſſerwerke zur Trockenlegung der Minen anlegen zu dürfen und ſchlug zu dieſem Zweck die Bildung einer Geſellſchaft vor, an der die Grafen von Pembroke, Leieeſter, Sir. Wm. Cecil, Mr. Tamworth und der Alderman Ducket Anteile haben ſollten.7) Eine andere Schwierigkeit lag in dem Mangel an Holz, das aus Irland herbeigeſchafft werden mußte,s) obwohl Eliſabeth freigebig Thurland und Hechſtetter die Erlaubnis gegeben hatte, in den königlichen Wäldern das zur Errichtung der Gebäude und zum Schmelzen der Kupfer-, Silber⸗ und Golderze nötige Holz zu fällen.9) Nachdem man an gewiſſen Plätzen in Cumberland Kupfer⸗ erz mit Silbergehalt entdeckt hatte, 10) war in Keswick und Newlands der bergmänniſche Betrieb eröffnet worden. Neben Hechſtetter waren hier Hans Louver und Ludwig Hans thätig. ¹11) Geſchulte Knappen ließ man in der Anzahl von 3— 400 aus Deutſchland kommen. ¹2) Im Jahr 1566 hatten ſich Daniel Hechſtetter und Hans Louver nach Augsburg begeben, um dort die Erze prüfen zu laſſen. Das Ergebnis war ſo gut, daß beide alsbald wieder nach England zurück⸗ reiſten. 13) In Keswick aber traf Hechſtetter nicht ſehr angenehme Zuſtände. Zwiſchen den Deutſchen und Engländern waren Streitigkeiten ausgebrochen, die die Entlaſſung einiger Arbeiter nötig machten. Ein Bernhard Stoultz war von einem gewiſſen Fiſher und ſeinen Genoſſen ermordet worden, und hinter ihnen ſtand als Beſchützerin die Lady Ratcliffe. 14) Der Alderman Lionel Ducket ſandte zwar ſogleich einen Boten ab, um die Bewohner von Keswick zu ermahnen, den Fremden freundlich zu begegnen, ¹) allein nachdrücklicher wird wohl das Einſchreiten der Königin gewirkt haben, die ſo— fort Lord Scrope und den Friedensrichtern von Cumberland und Weſtmoreland den Befehl zugehen ließ, den Angriffen, Mordthaten und Beleidigungen Einhalt zu gebieten, denen die deutſchen Knappen ausgeſetzt ſeien, die kürzlich wegen des Bergbaus dort angekommen waren. 16) Auch in Newlands waren Ausſchreitungen vorgefallen, aber hier genügte die Ankunft des Mr. Daniel(zweifellos Hechſtetters), um die Ordnung unter den fremden Arbeitern wieder herzuſtellen. Nach Thurlands Anſicht waren die dortigen Bergwerke die ſchönſten in England. Herr Daniel hatte Thurland erſucht, anderthalb Faden lange Stämme zu beſchaffen, um den erzführenden Berg zu ſichern, da die Ader ſo breit war. Dazu hatte man einen guten Vertrag wegen Kohlen abgeſchloſſen. ¹*)
¹) Green, Cal. of St. P. Dom. Addenda, 1566— 79. 8 17, 32.
2²) Lemon, Cal. of St. P. Dom. 1547— 80. 279, 73 u. 74.
³) Das. 244, 58— 60. 4) Das. 245. 3. 5) Das. 251. 43. 6) Das. 254. 87. ⁷) Das. 255, 91 u. 95. 8) 258, 34. 9) 253. 62. 10) 252, 59. 11) 258, 34. 12) 252, 59.
¹3) 270, 57; 274, 14.
¹14) Das. 279, 81. Hechst. a. Louver 10. Okt. 1566.
15) Das. 83. 16) 280, 87.
¹7) Green, Cal. of St. P. Dom. Addenda 1566—79 S. 19. Thurl. a. Cecil 11. Nov. 1566.


