Aufsatz 
Festspiel zur Einweihung des neuen Hauses der Viktoria-Schule und des Lehrerinnen-Seminars in Darmstadt / Dichtung von C. Keil, Musik von W. Petr
Entstehung
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Deutſche Bergleute, Münzverfeinerer und Landsknechte in England.

A. 16. Juli 1561 ſchloß Eliſabeth mit Hans Steinberg, einem Deutſchen, und Thomas Thurland, dem Vor⸗ ſteher des Savoyſpitals, einen Vertrag zur Errichtung einer Körperſchaft, die die Bergwerke Englands ausbeuten ſollte. ¹) Hiermit beginnt für den engliſchen Bergbau eine Zeit großen Aufſchwungs, und es bleibt das Verdienſt der Königin und Cecils, dieſe Induſtrie nach Kräften gefördert zu haben. Da aber der engliſche Bergbau in jener Zeit noch ſehr in den Kinderſchuhen ſteckte, zog man techniſche Leiter und geſchickte Knappen aus Deutſchland herbei, das damals auf dieſem Gebiet hoch über England ſtand. Die Beſtrebungen zur Hebung des engliſchen Bergbaus rührten von Heinrich VIII. her. Angeeifert durch die Erfolge dieſer Induſtrie im Ausland, der Türkei, Spanien, Portugal, Schweden und Deutſchland, hatte es Heinrich VIII. mit Karl, Herzog von Suffolk, unternommen, die Metallſchätze des Landes zu entdecken, aber Zeit und Geld erwieſen ſich als verloren infolge der Unwiſſenheit der Arbeiter. Die Deutſchen, die man jetzt zu Rate zog, erklärten das Land für ſo augenſcheinlich reich an Gold, Silber und Kupfer, daß ſie ſich erboten, 5000 zur Auffindung der Erze zu verwenden, wenn ſie in die von der Königin deshalb gebildete Körperſchaft aufgenommen würden, und wenn das Reich die gleiche Summe vorſchöſſe. ²) Praktiſcher als ihr Vater wußte Eliſabeth dieſe Summe aufzu⸗ bringen, indem ſie jeden Haushalt mit der Steuer von einem Pfennig belegte, dem ſogenannten Peterspfennig, damit gewiſſe Deutſche in die Geſellſchaft zur Bearbeitung der Minen und Mineralien in England aufgenommen würden. ³) Dem Eintritt der Deutſchen wurden hierdurch die Wege geebnet, und die Nachrichten aus den folgenden Jahren zeigen klar, in welch bedeutendem Umfang deutſche Arbeit und Fachkenntnis auf dem Gebiet des Bergbaues zur Geltung kamen. Schon unter der Regierung Eduards VI. war einmal der Verſuch gemacht worden, deutſche Bergleute nach England zu bringen. Ein Joachim Gundelfinger war am 3. Oktober 1550 von Frankfurt aus mit 50 deutſchen Bergleuten in Antwerpen angekommen, die er unter möglichſt annehmbaren Bedingungen für den Dienſt des Königs nach England zu bringen gedachte. Darunter war ein ſehr erfahrener vereidigter Maſchinenbauer für Bergweſen, ein guter Metallgießer, zwei Zimmerleute, die das Stützen der Schachte und Gänge verſtanden, zwei Schürfer und zwei Steiger, ein Mann, der ſich darauf verſtand, das Waſſer in kunſtvoller Weiſe abzuleiten, ein Metallprüfer, zwei Schmiede, die die nötigen Werk⸗ zeuge anfertigen konnten, zwei Steinkohlengräber, zwei Leute, die vor dem Schmelzen den Schwefel auszuſcheiden ver⸗ mochten und 20 gute, ſtarke und meiſt unverheiratete Knappen. Ein anderer verſtand das Röſten des Steinalauns, und zwei weitere ſollten mit Fichten und Tannenſamen an paſſenden Geländen die engliſchen und iriſchen Forſte aufbeſſern u. ſ. f. Alle dieſe Deutſchen erklärten aber, ohne Geld würden ſie nicht über See gehen. Gundelfinger, der das ſeine alle ausgegeben hatte, bat darum die Lords des Staatsrats, ihm ſo raſch als möglich£ 400 Sterling zu ſchicken. In ſeiner Not hatte ſich der Unternehmer an den Geſandten Thomas Chamberlain und Herrn Danſell, den Agenten Eduards, gewandt. Dieſe aber erklärten, ihm nicht helfen zu können, da ſie hierzu nicht ermächtigt ſeien, und auch ſeine Bitte, ſie möchten ihn nach eignem Gutdünken mit ſeinen Leuten befördern, fand kein Gehör. So war Gundel⸗ finger im Januar 1551 noch immer in Antwerpen. Danſell ſandte weder Nachrichten noch Geld, und das ſchien um ſo bedauerlicher, als eine in Antwerpen vorgenommene Prüfung eines Stück Erzes ein durchaus gutes Ergebnis ge⸗ habt hatte. ¹) Gundelfinger hatte wahrſcheinlich dieſe Spekulation auf engliſche Anregung, aber ohne die nötige Bürg⸗

¹) Robert Lemon, Cal. of State Papers, Domestic, 1547 80, S 180, 18; vergl. Schaible, Gesch. d. Deutschen i. Engl. S. 183.

) Mary Anne Everett Green, Cal. of State Papers, Domestic, 1601 3 with Addenda 1547 65. S. 537. The late King (Henry VIII.) and Duke worked long to discover the riches of the country in metals, but were stayed by the ignorance of the workmen. The Germans think this country so apparently rich in gold, silver and copper, that they offer to spend 5000 l in finding it, if they may be joined in the corporation, which the Queen has formed therefore, and this realm will disburse the like sum.

³) Das. Febr.(?) 1563, 94. Bill for raising a revenue by means of a tax of a penny on each household, called Peter

Pence, for incorporating certain Germans into the company for working of mines and minerals in England. 4) Cal. of State Papers, For. 1547 53 ed. Turnbull S. 57 58, Gundelfinger to the Council 18. Okt. 1550: S. 66 Gaeret

Harman to Cecil, 6. Januar 1551.

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