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Am 1. Juni 1841 trat der Großherzogliche Mitprediger Balſer die ihm übertragene erſte Mädchenſchulſtelle zu Gießen an, und wir dürfen dieſen Zeitpunkt als das Gründungsjahr der höheren Mädchenſchule zu Gießen anſetzen. Am 16. Auguſt 1841 erwähnt Dr. Engel in einem Vortrag, daß:„in dem neuen Schulhauſe gegenwärtig 5 Schulen ſich befinden, nämlich: . die höhere Mädchenſchule; die Vorbereitungsſchule derſelben; die zweite Mädchenſchule; die neu errichtete dritte Mädchenſchule; und die Elementarſchule“; ferner„daß auch 2 Lehrerinnen mitarbeiten“.
Wer die Lehrkräfte an den ſtädtiſchen Schulen waren, erfahren wir aus einem Bericht vom 16. Januar 1842; es wurden aufgezählt:
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1. Freiprediger Balſer, 7. Lehrer Römer, 2. Cand. Dingeldey, 8. Cantor Schwabe, 3. Cand. Wagner, 9. Zeichenlehrer Bieler, 4. Lehrer Beck, 10. Lehrerin Henry,
. Lehrer Ramſpeck, 11. Lehrerin Müller.
0 6. Lehrer Braun, Wie ſtark die einzelnen Schulkaſſen beſetzt waren, ſehen wir aus einem Bericht des Bürgermeiſters Reiber vom November 1844: 1. I. Mädchenſchule(Höhere Mädchenſchule) 72 Kinder,
2. IIL. Mädchenſchule yn„ 100„ 3. III. Mädchenſchule.. 104„ 4. J. Elementarſchule.. 65„ 5. II. Elementarſchulen. 87„ 6. Vorbereitungsſchule zur höheren Töchterſchule 30„ 7. Freiſchule Knaben und Mädchen... 100„
Im Jahre 1843 wurde das Oswaldſche Haus für 15556 fl. gekauft, doch erſt im Winter 1848/49 als Schulhaus bezogen. 1850 wurden Fortbildungsklaſſen für konfirmierte Kinder eingerichtet.
Im Dezember 1853 wurde dem Reallehrer Hanſtein der franzöſiſche Unterricht auf ein Jahr übertragen.
1865 trat Pfarramtskandidat Davidſohn für den beurlaubten Freiprediger Balſer ein, der am 27. Juni 1868 penſioniert wurde.
Am 24. März 1866 war für den Kandidaten Davidſohn Kandidat Vigelius eingetreten, unter deſſen Leitung ſich die höhere Mädchenſchule nach und nach zu einer 10klaſſigen Mädchenſchule ausbildete. So finden wir am 10. Mai 1867, 4 höhere Mädchenſchulklaſſen, 1870 beſuchten 266 Kinder die 4klaſſige Schule und die Fortbildungsklaſſe, das Schulgeld betrug 12—20 fl., als Lehrer wirkken: Vigelius, Freienſehner, Curſchmann, Frl. Koch, Frl. von Reinhardt (Franzöſ.), Herr Felſing, Schmidt, Bayrer(Zeichnen), Frl. Hanſtein(Engl.); 1874/75 war die Schule Fklaſſig, mit einer Fortbildungsklaſſe und einer Schülerinnenzahl von 422 Kindern. Infolge zweier Eingaben der Eltern vom 24. April 1877 und 23. Dezember 1878 wurde die Schule am 21. September 1879 in der Weiſe reorganiſiert, daß eine 10klaſſige höhere Mädchenſchule von einer Sklaſſigen erweiterten Mädchenſchule(beide unter der Leitung des Schulinſpektors Vigelius) geſchieden wurde. Die beiden Schulen reſſortieren ſeitdem direkt von Großh. Miniſterium des Innern und der Juſtiz, Abteilung für Schulangelegenheiten, ein aus 5 Mitgliedern beſtehendes Kuratorium(1879 Bürgermeiſter Bramm, Direktor Soldan, Direktor Vigelius, Herr Hanſtein, Advokat Baiſt) bildet die ſtädtiſche Verwaltungsbehörde. Am 12. April 1880 wurde das neue Schulhaus bezogen. Direktor Vigelius reorganiſierte die Schule im Innern in Anlehnung an die Weimarer Beſchlüſſe und leitete die beiden Schulen bis zum Jahr 1890, wo der Unterzeichnete an ſeine Stelle trat; 1895 wurde Dr. Stoeriko von Frankfurt a. M. zum Leiter der Anſtalt berufen.
Anders war die Entwickelung der höheren Mädchenſchule zu Offenbach a. M. Dieſelbe wurde mit 4 Klaſſen, je 2 Jahrgänge umfaſſend, am 26. September 1853 mit 94 Schülerinnen eröffnet.“) Da wir durch eine eingehende
*) Vgl. erſtes Programm der höheren Mädchenſchule zu Offenbach 1854. Die höhere Töchterſchule zu Offenbach. Nach Zweck und Einrichtung geſchildert von Dr. E. Schaumann.


