Aufsatz 
Festspiel zur Einweihung des neuen Hauses der Viktoria-Schule und des Lehrerinnen-Seminars in Darmstadt / Dichtung von C. Keil, Musik von W. Petr
Entstehung
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anderer Faktoren den nothwendigſten hygieniſchen Forderungen entſprechen. Auch das Lehrerperſonal leidet ſchwer unter den Unzuträglichkeiten des Hauſes, und niemand kann es uns verargen, wenn wir ein baldiges Ende des ‚jetzigen Zu⸗ ſtandes herbeiſehnen.

Doch ſollte auch er die ernſtliche Inangriffnahme des Baues nicht mehr als Direktor erleben, er ſah ſich, nachdem er mehrere Male durch Mitprediger Keil im Amte vertreten worden war, zu ſeinem Schmerze wegen ſeines ernſtlich angegriffenen Geſundheitszuſtandes genötigt, am 31. Dez. 1891 ein Geſuch um Verſetzung in den Ruheſtand an Se. Königl. Hoheit den Großherzog zu richten, und an ſeine Stelle trat am 1. April 1892 Direktor Dr. Eiſenhuth*). Am 2. März 1893 wählte die Stadtverordnetenverſammlung mit großer Mehrheit den ſogenannten Külpſchen Garten in der Hochſtraße als Bauplatz, und nun erfolgten die vorbereitenden Arbeiten für den Bau. Es wurde zunächſt für das Schulgebäude nebſt Turnhalle ein Kredit von 340,000 Mark bewilligt, und zur Erlangung von Vorentwürfen für dieſe Bauten die Ausſchreibung eines allgemeinen Wettbewerbs mit 3 Preiſen von 1000, 600 und 400 Mark beſchloſſen. Aus den 196 eingelaufenen Projekten gingen nach dem Urteil des Preisgerichts drei als preiswürdig hervor, von denen wiederum der des Herrn Architekten Eugen Beck mit dem MottoIm beſten Licht mit einigen Änderungen zur Aus führung kam.

Leider verlor die Schule abermals ſehr bald ihren Leiter, der am 8. April 1895 zum vortragenden Rat in das Miniſterium des Innern und der Juſtiz, Abteilung für Schulangelegenheiten berufen wurde und an deſſen Stelle der Unterzeichnete am gleichen Tage trat.

Während der Wintermonate 1895/ 96 wurden die Vorarbeiten für den Neubau ausgeführt. Nachdem in der Stadtverordnetenſitzung vom 26. September 1895 der Voranſchlag in der Höhe von 530,000 Mark endgültig genehmigt worden war, wurden die Maurerarbeiten des Hauptbaues und der Turnhalle dem Herrn Bauunternehmer L. Riedlinger, die der Schuldienerwohnung in der Hochſtraße und der Seitengebäude im Süden an die Herren L. Wagner und C. Böttinger und die der Einfriedigungen an die Herren H. Sames und F. Mahr vergeben, ſo daß die Fundamentierungs⸗ arbeiten am 18. Januar 1896 mit dem erſten Spatenſtich begonnen werden konnten. Über den weiteren Fortgang des Neubaues und die Beſchreibung desſelben verweiſen wir auf den Bericht der Bauleitung, der im nächſten Jahresbericht folgen wird.

*) Jetzt Geheimer Oberſchulrat und vortragender Rat im Miniſterium des Innern, Abteilung für Schulangelegenheiten.