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8. Anna Beck erhielt ein neues Teſtament.
9. Amalie Purgold erhielt die weite Welt von Wetherell.
10. Käthchen Büchler erhielt ein Geſangbuch.
11. Johanna Ebenau erhielt die weite Welt von Wetherell.
12. Johanna Schnittſpahn erhielt ein Poeſiebuch.
13. Caroline Goldſchmidt erhielt Erzählungen von Sommerlad.
14. Fanny Scriba erhielt ein Neues Teſtament.
15. Anna Schmidt, 16. Anna Welcker erhielten Briefe Luthers, herausgegeben von H. Prälat Zimmermann. 17. Anna Stein erhielt Fölſings Heſſ. Geſchichte.
18. Charlotte Daum erhielt ein Poeſiebuch.“
Lehrer Geyer übernahm im Mai 1857 die Klaſſe III, die er ſeit 5. Juni 1856 vikariert hatte; vom 13. Februar 1857 ab erhalten die Freiprediger den Titel Mitprediger.
„Am Hten November 1859 wurde in der Schule eine Vorfeier zu Schillers hundertjährigem Geburtstag gehalten, zu der die ſämmtlichen Lehrer der ſtädtiſchen Schulen eingeladen wurden. Cantor Völſing(der am 4. Januar 1859 an Stelle der penſionierten Geſanglehrerin Mangold getreten war) hatte mehrere Geſänge eingeübt. Mitprediger Wagner hielt die Feſtrede. Mehrere Kinder trugen Schiller'ſche Gedichte vor. 1. Beck, Birnſtill, Rauch und Naumann:„Die Glocke.“ 2. Hochſtätter:„Der Taucher.“ 3. Lichtenberg:„Die Worte des Glaubens.“ 4. Kläger:„Die Hoffnung.“ 5. Müller:„Die Theilung der Erde.“
Am 10ten November war eine öffentliche Schillerfeier für ſämmtliche ſtädtiſche Schulen in dem Turnſaale veranſtaltet, bei der Schulinſpektor Ritſert die Feſtrede hielt und an vier Kinder aus jeder Schule Prämien austheilte. Geſänge und Vorträge der Kinder ſchloſſen die Feier. Aus Kl. Ia erhielten das Prämium:
Eliſe Birnſtill, Emma Zimmermann, Anna Lichtenberg und Angelika Fröhlich. Die vier oben genannten Schülerinnen trugen die Glocke von Schiller vor.
„Am 19ten April 1860 wurde in der Schule eine Feier zum Gedächtniß Philipp Melanchthons au ſeinem dreihundertjährigen Todestage veranſtaltet.
Wegen Überfüllung ihrer Schulen erhielten(1860) die Lehrer Pfnor und Geyer Aſſiſtenten, jener den Lehrer Weinmann, dieſer den Lehrer Riddel.“..
Trotz der Vermehrung der Lehrkräfte wurde das Bedürfnis nach einer äußeren Reorganiſation der aus 5 Klaſſen beſtehenden Schule immer größer. Die Anzahl der Schülerinnen nahm derart zu, daß mehr als 60 Kinder durchſchnittlich eine Klaſſe beſuchten, einzelne Klaſſen hatten mehr als 100 Schülerinnen. Die Schulſäle erwieſen ſich als viel zu klein, und es wurde beſchloſſen, alle in den verſchiedenen Schullokalen untergebrachten Schulklaſſen in einem großen Hauſe, (unſerem alten Heim in der Grafenſtraße 30) zu vereinen. Es bezeichnet deshalb der Tag des Überzugs, 2. Oktober 1861, einen bedeutenden Wendepuukt in der Geſchichte unſerer Schule.
Doch zuvor noch einige Einzelheiten über die letzten Jahre vor dem Überzug.
Gerade über die Jahre 1857—61 ſind wir nämlich etwas beſſer unterrichtet durch die Aufzeichnungen in der Matrikel der Klaſſe IIb der wir einiges entnehmen:
„Bei der am 8ten Juli 1858 im Auftrag des Schulvorſtandes von Herrn Schulinſpektor Ritſert veranſtalteten theilweiſen Organiſation der 3 unteren Klaſſen der höheren Stadtmädchenſchule wurden von— 53 Kindern(der Klaſſe II b) 29 in die Schule des Freipredigers Dingeldey(Kl. IIa) verſetzt, welche nun mit der ihm verbleibenden erſten Abtheilung die wirkliche erſte Abtheilung der II Kl. bilden, wahrend ich(Pfnor Kl. II b) von ihm 30 Kinder— ſeine 2te Abtheilung, von Herrn Geyer 31 Schülerinnen, ſeine ſeitherige erſte Abtheilung, zu mir verbleibenden 24 Kindern erhielt, die nun hinfort der II. Kl. wirkliche II. Abtheilung bilden werden.“—
Aus dieſer Bemerkung geht hervor, daß die bisher als Parallelklaſſen beſtehenden zweiten Schulklaſſen jetzt in Altersklaſſen umgewandelt werden, ſo daß nunmehr in Kl. III Lehrer Geyer die Mädchen in den 3 erſten Schuljahren unterrichtet, dieſelben durchlaufen dann Kl. IIb hierauf IIa, um dann in eine der beiden erſten Parallelklaſſen Ia oder Ip überzugehen, die ſie bei der Konfirmation verlaſſen; wir hatten alſo 1858 5 Klaſſen in 4 Altersſtufen gegen vorher 5 Klaſſen in 3 Altersſtufen, d. h. eine 4klaſſige Schule, welche von Mädchen vom 6. bis 14. Schuljahr beſucht wurde, wobei die Schülerinnen meiſt zwei Jahre in einer Klaſſe verblieben.


