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„Zur Freude der Schülerinnen veranſtaltete am 17. Juli der ſo wackere Commercienrath E. E. Hoffmann, der auf alle mögliche Weiſe das Wohl und die Freude ſeiner Mitbürger, ſowie des Volkes überhaupt zu befördern ſuchte, ein großes Feſt auf dem Karlshofe und brachte hierbei große Opfer. Außer den gegen 1200 verſammelten Schülerinnen waren zu dieſem Feſte über 100 Erwachſene eingeladen, und der Erbgroßherzog, die Miniſter du Thil, von Falck, viele andere angeſehene Staatsdiener, die hieſigen Stadtgeiſtlichen und Andere beehrten die Schülerinnen mit ihrer Gegenwart. Durch die herbeiſtrömende Volksmaſſe aus allen Ständen wurde dieſes Schulfeſt zum wahren Volksfeſte. Ungeachtet der großen Menſchenmenge herrſchte überall die größte Ordnung, und es ereignete ſich durchaus nichts, was die allgemeine Freude geſtört hätte. Alle kehrten erfreut und voll Dankes gegen den hochherzigen Geber nach Hauſe. Als Zeichen des Dankes überreichten am 25. Juli 14 Schülerinnen der hieſigen Mächenſchulen(aus jeder der hieſigen Schulen wurde eine hierzu erwählt) dem Feſtgeber eine von Herrn Cand. Küchler verfaßtes Gedicht. Bei dem Üüberreichen dieſes auf Seide gedruckten und in denſelben Stoff gebundenen Gedichts ſprach eine der Schülerinnen ein von Herrn Kaplan Hahn, Lehrer an der katholiſchen Schule, verfertigtes Akroſtichon, deſſen Anfangsbuchſtaben die Worte: Ernſt Emil Hoffmann lebe! bildeten, und welches in ſchöner von Herrn Lindhein verfertigter Schrift Herrn Commercienrath E. E. Hoffmann übergeben wurde.
— Bei dem feierlichen am 10. Januar 1834 nachmittags um 3 Uhr ſtattgefundenen Einzuge des neuvermählten (26. Mai 1833 zu München) Erbgroßherzoglichen Paares in die Reſidenz ſtanden die Schüler und Schülerinnen der hieſigen Stadtſchulen, an welche ſich auch viele aus anderen Lehranſtalten anſchloſſen, in dem von Bürgern*), Staats⸗ dienern und erwachſenen Mädchen gebildeten Spalier. Die Knaben mit theils weißen und blauen, theils weißen und rothen Fähnchen, die Mädchen mit blauen und rothen Bändern geſchmückt.“—
„Einige Monate vor der von dem Ortsſchulvorſtand dahier gehaltenen jährlichen Schulprüfung hatte Herr Oberſchulinſpektor Heſſe, in Beiſein des Herrn Kreisraths von Starck und des Herrn Stadtpfarrers Stücker, beide Mit⸗ glieder der Bezirksſchulkommiſſion, die Schule viſitirt. Es geſchah dies den 15. Januar 1834.—
„Am 14. Juli 1835 Morgens um 11 Uhr wurde der Grundſtein zu dem neuen, für Mädchen beſtimmten Schulhauſe hinter der Kirche gelegt, welcher Feierlichkeit der Provincialcommmiſſair und Kreisrath, Herr von Starck, der Stadtrath, der Ortsſchulvorſtand, Herr Oberſchuldirector Heſſe, Herr Oberconſiſtorialrath Keim, ſämmtliche Lehrer, ſechs Schüler aus jeder Schule(und zwar die oberſten) Herr Kreisbaumeiſter Dr. Lorch, der Baumeiſter des neu zu er⸗ richtenden Schulgebäudes, und viele andere Perſonen beiwohnten. Herr Pfarrer Stücker hielt eine paſſende Rede.— Herr Gemeinderath Ernſt Emil Hoffmann ließ unter alle Schüler und Schülerinnen, welche der Feierlichkeit beiwohnten, Denkmünzen vertheilen.“—
„Am Tage der Schulprüfung den 18. April 1836 lud der Herr Gemeinderath E. E. Hoffmann, der ſpecielle Schulvorſtand der erſten höheren Mädchenſchule, ſämmtliche Schülerinnen ein, auf den Karlshof zu kommen, wo ſie mit Kaffee und Kuchen, Wein und Butterbrod bewirthet wurden. Er bereitete dadurch den Mädchen eine große Freude.“
„Am 18. Mai 1838 wurden alle Schülerinnen der hieſigen Volksſchulen, welchen bei den öffentlichen Prüfungen die ausgeſetzten Prämien zu Theil geworden waren, auf dem Karlshofe feſtlich bewirthet(am 11. Mai wurde den Knaben dieſelbe Freude bereitet). An dieſen frohen Kinderfeſten, welche durch Muſik, Geſang u. ſ. w. verherrlicht wurden, nahmen außer den Lehrern und Lehrerinnen die Geiſtlichen der Civil- und Militärgemeinden, mehrere Mit⸗
*) Der„Feſtgeſang der Bürger“ lautete:
Heil Dir, erhabnes Paar, Jauchzt Darmſtadt's Bürgerſchaar Mit Herz und Mund. Heil! In Erfüllung geht, Was wir ſo heiß erfleht In gläubigem Gebet Durch Deinen Bund.
Der Deutſchen Frauen Zier
Ward, edler Ludwig, Dir Im Lebensmai:
Daß Sie, die Deiner Hand
Der Treue Schwur verband,
Dem theuren Vaterland Einſt Mutter ſei.
Auf unſern Sinn, ſo feſt', Der nie von Treue läßt, Vertraut auf ihn! Es gab der Heſſen Muth Zu frommer Fürſten Hut Von Alters her ſein Blut Mit Freuden hin.
Treu Ludwig blieben wir, Treu Wilhelminen wir,
Und wankten nicht: Denn Er iſt fromm und mild, Ein wackrer Völkerſchild, Sie hoher Anmuth Bild,
Der Armen Licht.
Und was den Aeltern wir Gelobten, hält auch Dir Der Heſſen Treu: Dir, Ludwig, edler Zweig, Mathilde, tugendreich, Hört es, wir ſchwören Euch Die Liebe neu.
Heil Dir, o Vaterland,
Dem nie die Sonne ſchwand, Zwiefach ſie ſcheint.
Drum bringt dem Doppelpaar
Jauchzender Bürger Schaar,
Den Wunſch der Liebe dar: Leb' lang vereint!


