25 Uebertrag: 1066 fl.— kr.
5. Aus dem Stadtärarium............... 50„—„ 6. Aus dem geiſtlichen Landkaſten zu Gießen........... 20„—„ 7. Aus der Collectorei dahier...„......... 42„—„ 8. Aus der Morgen- und Nachmittagskollektenkaſſe....... 20„ 30„ 9. Vom hieſigen Rentamt für
a) 10 Malter Korn u. ſ. w. ) 2 Malter Gerſte c) Buchenſcheitholz d) Eichenſcheitholz e) ein maſtfreies Schwein ſeit dem Jahr 1820 in Geld verwandelt à.. 90„—„ 10. Von der hieſigen Stadt und aus dem Stadtwald: 3 Klafter= 7 Stecken halb Buchen⸗- und halb Eichenſcheitholz, welches nach Abzug des Octroi, des Macher⸗ und Fuhrlohns und der zur Heizung der Schul⸗ ſtube erforderlichen Quantität den Werth behält von..... P..). 13„—„ 11. Freie Wohnung taxiert zu................. 200„—„ Summa 1501 fl. 30 kr.*) Der Gehalt des Lehrers an der erſten ſtädtiſchen Höheren Mädchenſchule belief ſich ſpäter unter Ernſt Ritſert auf 1350 fl. Im Herbſt 1863 wurde der Beſoldungsetat der ſtädtiſchen Schulen neu fixiert. Von nun an ſollte jeder neu angeſtellte Lehrer der höheren Mädchenſchulen 800 fl. beziehen; vom 6.—10. Dienſtjahre 950 fl., vom 11.—15. 1100 fl., vom 16. an 1200 fl.**) Aus den 2 Stundenplänen, die wir vollſtändig abdruckten, ſowie den 3 Stundenplänen, die aus dem Jahre 1839 erhalten ſind, ergibt ſich folgende Stundenverteilung auf die einzelnen Fächer:
Klaſſe I. 1829 1839 Klaſſe II. 1829 1839 Klaſſe III. 1839 Religion 8 8 6 7 ½ 5 Wiederholung 1 1 1 1 Deutſch 5 5 9 5 ½ 15 Geſang 2 2 2 2 Franzöſ. Sprache 4 4 4 4 2 Handarb. u. Franz. 4 4 4 4 4 Naturgeſchichte 3 3 2 2 Zeichnen 2 2 2 2.
Geſchichte 2 2 1 1 Schönſchreiben 2 2 2 2 Rechnen 3 ½ 4 4 4 4 Erdbeſchreibung 1 ½ 1 1 1 Summa 38 38 38 36 30
Bei den 38 Wochenſtunden, die erſt am 1. Februar 1840 auf 30 herabgeſetzt werden, um bis zum Jahre 1861 wieder auf 33 zu ſteigen, fällt uns die große Stundenzahl für Religion 8(gegen heute 2) auf, ferner die 1 Stunde Wiederholung und die mit 4 Stunden angeſetzten Handarbeiten mit Übungen in der franzöſiſchen Konverſation.
Daß neben dem eigentlich wiſſenſchaftlichen, grammatiſchen Betrieb der franzöſiſchen Sprache, der in wöchentlich 4 Stunden von den betreffenden Theologen als Klaſſenführern gegeben wurde, auch die wichtigſten Wörter, Redensarten und Wendungen im Handarbeitsunterricht ſo nebenbei von einer Lehrerin erlernt werden ſollten, lag im Geiſte der Zeit; daß faſt nichts in dieſen Handarbeitsſtunden gelernt wurde, beklagt Friedrich Ritſert, Lehrer der zweiten Klaſſe, in einem
*) Vergl. Promemoria S. 27. **½) Aus der Matrikel der Klaſſe I.


