Aufsatz 
Festspiel zur Einweihung des neuen Hauses der Viktoria-Schule und des Lehrerinnen-Seminars in Darmstadt / Dichtung von C. Keil, Musik von W. Petr
Entstehung
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oder auch den beſtellten Vicarien die erforderliche Anzeige zu machen, und werden dann die Kinder, welche noch zur Zeit beide Schulen in ihrer bisherigen Einrichtung beſuchen und hinſichtlich deren die Eltern nichts melden, als ſolche angeſehen werden, die wir in die andern, für ſie beſtimmten, Stadtmädchenſchulen zu verwenden haben. Darmſtadt, den 23. Juni 1829. 4 Die Stadtgeiſtlichen Reuling. Ludwig. Stücker.

Nachdem dann Lehrkräfte für die neuerrichteten 2höheren Mädchenſchulen beſtimmt waren, wurde der Lehrplan feſtgeſetzt, und es erſchien eine Extrabeilage zu Nr. 35 des erwähnten Wochenblatts vom 29. Auguſt 1829, die uns volle Auskunft gibt über Lehrer und Stundenplan; wir geben den Inhalt wörtlich wieder, da dieſelbe nur noch in ganz wenigen Exemplaren vorhanden ſein dürfte:*)

Im Auftrag der hohen vorgeſetzten Behörde wird unter Beziehung auf die früher von den Stadtpfarrern er⸗ laſſene Bekanntmachung dem hieſigen Publikum hierdurch die Nachricht ertheilt, daß die beiden höheren Mädchenſchulen in dem Kyritziſchen und Mayiſchen Schulhauſe nächſtkünftigen Dienſtag, den 1 ten September eröffnet werden ſollen. Der Unterricht in der Religion und deutſchen Sprache, im Rechnen und Schreiben, in der Geographie, Naturkunde ec. ꝛc. ſowie in der franzöſiſchen Sprache wird von den beiden Vicarien, den Herrn Candidaten Ritſert und Lachmann im Singen von Demoiſelle Charlotte Mangold in den weiblichen Arbeiten, verbunden mit Uebungen im Sprechen des Franzöſiſchen, von Demoiſelle Haneſſe in der erſten, und von Demoiſelle Schwebel in der zweiten dieſer Schulen im Zeichnen aber von Herrn Maler Wüſt ertheilt werden, und zwar nach dem auf den folgenden Seiten abgedruckten Stunden- und Lectionenplan, welcher im Winter hinſichtlich der Zeit nur die Abänderung erleidet, daß die Vor mittagslectionen um Eine Stunde ſpäter anfangen und ſchließen.

Darmſtadt, den 27ten Auguſt 1829.

*) Das Exemplar der Hokfbibliothek enthält ihn nicht, dagegen das im Beſitz der Wittich'ſchen Hofbuchdruckerei befindliche Exemplar, das uns von dem Beſitzer gütigſt zur Verfügung geſtellt wurde.