Religionsgeschichtliche Bilder aus Nassau.
Theodor Schneider, Oberlehrer.
VORWORT.
Wie der geographische Unterricht jetzt allgemein mit der Heimatkunde beginnt und im Geschichtsunterricht jeder Lehrer gern die Beziehungen zur engeren Heimat der Schüler herstellen wird, so darf auch der geschichtliche Teil des Religionsunterrichts an dem den Schülern im wahren Sinne des Wortes nächstliegenden Stoffe nicht vorüber- gehen. Gewiß werden die großen Männer und religiösen Bewegungen, welche für die Gesamtheit von Bedeutung gewesen sind, immer die Hauptsache bleiben. Aber neben ihnen verdienen auch diejenigen Erscheinungen aus kleineren Kreisen berücksichtigt zu werden, welche entweder als Beispiele allgemeine Verhältnisse erläutern oder die gegen- wärtige religiöse Lage in der Umgebung der Schüler erklären.
Gerade in Nassau haben wir alle Ursache, die religiöse und kirchliche Vergangen- heit unseres Landes hochzuhalten, namentlich innerhalb der evangelisch-christlichen Kirche, die zwar weit davon entfernt ist, vollkommen zu sein, aber immerhin in mehr als einer Hinsicht eine beachtenswerte, eigenartige Stellung einnimmt.
Einen Anspruch auf selbständige Quellenforschung erhebt die Arbeit nicht. Sie beschränkt sich auf eine Zusammenstellung und Verarbeitung einzelner religionsgeschicht- lich wertvoller Quellen- und Lesestücke, die im Laufe des Religionsunterrichts von Sexta bis Prima verwendet werden können. Nur an wenigen Stellen wird dem Kenner eine von den bisherigen Forschern abweichende Auffassung nicht entgehen.
Für mehrfache Auskunft und Unterstützung spreche ich auch an dieser Stelle den hiesigen Herren Professor Dr. Ritterling, Archivar Dr. Schaus, Bibliothekar Dr. Jürges und Oberlehrer Pagenstecher sowie Herrn Direktor Dr. Velke in Mainz meinen herzlichsten Dank aus.
Möge dem Büchlein bei Kollegen und Schülern im schönen Nassauer Land und vielleicht auch darüber hinaus eine nachsichtige und freundliche Aufnahme beschieden sein!
Wiesbaden, Januar 1906. Der Verfasser.


