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Mit ihnen um die wett' erklettert ſie
Die höchſte Pappel, wenn die Blitze zucken,
Der Donner dröhnt, der Regen niederrauſcht.
wo andre zagen, wird ihr wohl ums Rerz.
Ja, wenn im Lenz des Siſes Decke kracht.
Die winterlang den Wain gefeſſelt hielt,
Dann drängt ſie's, in den wilden Schwall zu ſpringen.
Mit donnerndem Geröll hinauszutreiben
Zum Yater Rhein, mit ihm ins weite Meer.
naturt nHatur! So lechzt ihr junges Blut.
Oft zieht Sophie bang die Stirn' in Falten
Ob dieſes wildlings tollem Ungeſtüm.
vergebens wehrt und mahnt die würd'ge Frau,
Und„Tante Möhn“*) ſie zankt und ſchilt umſonſt. Poeſie
Und zeigt dies Kind für Röh'res keinen Sinn?
Rebt nie zu Jdealen ſie den Blick?
Muſik
Es birgt ihr loſe flatternd Mädchenkleid
Sin wunderreiches, goldenes Gemüt.
Im tollſten Spiel oft hält ſie jählings inne,
wenn auf des Maines ſonnbeglänzten wellen
Freund Bernards ſpuſenſchiff**) vorüberſchwebt,
Und ſeine Symphonien herüberténen;
Dann ſeh' ich, wie ihr Kinderherz erbebt,
weit aufgetan dem Großen und dem Schönen.
Und wenn ſie zu„Frau Ajas“***) Füßen ſitzt
nuf der„Schawell“, den Blick emporgerichtet,
Die Mutter von dem großen Sohn erzählt,
Des Knaben Spiel, des Jünglings ſtürmiſch Wollen, —2) verwitwete. bei der utter wohnende Tochter der Sophie Laroche.
**ν) Peter Bernard unterhielt eine treffliche Kapelle, die zu- weilen auf ſeinem„Muſikſchiff“ konzertierte.
***) Scherzname der Wutter Goethes.


