Aufsatz 
Denkschrift zur Feier des hundertjährigen Bestehens des Ernst-Ludwigs-Seminars zu Bensheim : Hundert Jahre Seminar. Schülerverzeichnis /
(Nach Urkunden bearb. von [Johannes] Ledroit)
Entstehung
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Wortlaut der Geſänge.

Pſalm 150. Halleluja!

Lobet den Herrn in ſeinem Heiligtum,

lobet ihn in der Veſte ſeiner Macht!

Lobet ihn in ſeinen Taten,

lobet ihn in ſeiner großen Herrlichkeit!

Lobet ihn mit Poſaunen,

lobet ihn mit Pſalter und Harfen!

Lobet ihn mit Pauken und Reigen,

lobet ihn mit Saiten und Pfeifen!

Lobet ihn mit hellen Cymbeln,

lobet ihn mit vollklingenden Cymbeln!

Alles, was Odem hat, lobe den Herrn! Halleluja!

Weihe des Geſanges. O Schutzgeiſt alles Schönen, ſteig hernieder In ſanftem Weh'n, zu weihen unſre Lieder, Daß ſie ſich freudig auf zum Himmel ſchwingen, In heil'ger Kraft von Herz zu Herzen dringen!

Von deinem Hauch die Bruſt durchbebt

Hoch über Welt und Zeit uns hebt.

Vereine alle Menſchen und verſöhne, Was ſich getrennt, im Wohllaut deiner Töne! Dem Edlen iſt das Schönſte nur beſchieden, In der Gefühle rein erklungnem Frieden. Von wilder Luſt der Erde rein Muß das Herz des Sängers ſein.

Denzel.

Auf die bei Thermopylae Gefallenen.

Die ihr erlagt an den Thermopylen, Im Tode gewannt ihr das herrlichſte Los!

Ein Altar iſt das Grab euch, Gedächtnis der

Trauer, Und die Klage Triumphlied. Dies Heldenmal deckt nimmer das Moos Mit Vergeſſenheit zu, Noch tilgt es die Allverderberin Zeit, Denn es wohnt ja mit euch im dunkeln Gewölb'

Der Ehrenhort des Hellengeſchlechts, Mit euch Leonidas, Sparta's König, Der das leuchtende Vorbild männlicher Tat Und unſterblichen Ruhm uns nachließ. Simonides von Keos, überſetzt von Emanuel Geibel.

Ruh'n in Frieden alle Seelen.

Ruh'n in Frieden alle Seelen, Die vollbracht ein langes Quälen, Die vollendet ſüßen Traum, Lebensſatt, geboren kaum,

Aus der Welt hinüber ſchieden: Alle Seelen ruh'n in Frieden.

Die ſich hier Geſpielen ſuchten, Oefter weinten, nimmer fluchten, Wenn von ihrer treuen Hand Keiner jeden Druck verſtand: Alle, die von hinnen ſchieden, Alle Seelen ruh'n in Frieden.

J. G. Jacobi.

Opferlied.

Die Flamme lodert, milder Schein Durchglänzt den düſtern Eichenhain, Und Weihrauchdüfte wallen.

O, neig' ein gnädig Ohr zu mir, Und laß des Jünglings Opfer dir, Du Höchſter, wohlgefallen!

Sei ſtets der Freiheit Wehr und Schild, Dein Lebensgeiſt durchatme mild Luft, Erde, Feu'r und Fluten! Gib mir als Jüngling und als Greis Am väterlichen Herd, o Zeus, Das Schöne zu dem Guten!

Fr. v. Matthiſon.

GS