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dieſer Vertrag infolge der zunehmenden Lebensmittelknappheit gekündigt und die Seminariſten, die wegen Belegung des Seminars alle auswärts wohnten, mußten ſehen, wo ſie eben zu eſſen bekamen.
Am 1. Mai 1918 wurde die Küche wieder eröffnet. Sie arbeitet ſeit dieſer Zeit infolge der Teuerung unter ganz unglaublichen Schwierig⸗ keiten. Ständig mußte das Koſtgeld erhöht werden. Im verfloſſenen Jahr betrug der Preis pro Tag Mk. 6.20 und wie das enden wird, iſt noch nicht abzuſehen.
Stipendien und Stiftungen.
Ueber Stipendien finden wir in den Rechnungen erſt richtige Nach⸗ weiſe ſeit dem Jahre 1866, doch ſchienen ſchon eher ſolche beſtanden zu haben, wie ein Satz in einer Urkunde von 1818 ſchließen läßt und die nachfolgende Darlegungen des Direktors Ries in ſeinem ſchon zitierten Büchlein„Die Errichtung, der Fortgang und Beſtand des Schullehrer⸗Seminars in Bensheim“ aus dem Jahre 1832 beweiſen.
„Die Seminariſten, der Großzahl nach Söhne der Schullehrer, werden meiſtens ſchon im zarten Knabenalter dem Fache des Vaters beſtimmt. Kaum der Kindheit entwachſen, müſſen ſie Hand anlegen, Einiges zu erlernen und zu üben, was dieſem Berufe näher angehört..... Allein, in finanzieller Hinſicht ſind die Kinder unſerer Schullehrer im Durchſchnitt übel berathen. Ihre Ausſichten zeigen ſich umſo trüber, als das Erbübel der Vorzeit den Abſchied erhielt, daß der Sohn des Schulmannes, als ſolcher, die Stelle des Vaters übernimmt, daß ein unfähiger Candidat, den irgend ein Zufall in die Nähe brachte, des Brodes wegen die Witwe heurathet, oder ſich und die verwaiſte Tochter durch das eheliche Band mit dem väterlichen Einkommen verſorgt. Rückſichtslos auf alle Familien⸗ Verbande fällt in unſeren Tagen bei der Vorbildung zum Lehramte aller Unterſchied weg..... Hier trat bisher unſere Staatsbehörde helfend und rettend als edle und hochherzige Vermittlerin ein. Noch haben wir derſelben keinen Zögling zur Unterſtützung empfohlen— wenn er wahr⸗ haft dürftig und in Rückſicht auf Talent, Fleiß, Fortſchritt und ſittllich gutes Betragen würdig war— ohne daß ſie ihm entweder aus Staats⸗ mitteln, oder aus einem geeigneten Localfond zufloß“.
Die oben erwähnten Geſuche faſt aller israelitiſchen Schüler in den 40er Jahren beweiſen ebenfalls das Vorhandenſein von Stipendien, die eben damals nicht in der Rechnung erſchienen, wohl nach dem Grundſatz, die linke Hand ſoll nicht wiſſen, was die rechte gibt.
Ueber das langſame Anwachſen der Stipendien in ſpäteren Jahren, wo dieſe gebucht wurden, möge folgende Tabelle Auskunft geben. Es be⸗ trugen die Staatsſtipendien:
1866— 67= 260 fl. 68— 71= 500 fl. 72— 75= 1300 fl. 76— 77 zwiſchen 2400 und 2500 Mark abgerundet 78— 1907 zwiſchen 4500 und 5000 Mark 1908— 1914 zwiſchen 5600 und 6700 Mark 1920/21 aber 17900 Mark jährlich.


