Aufsatz 
Denkschrift zur Feier des hundertjährigen Bestehens des Ernst-Ludwigs-Seminars zu Bensheim : Hundert Jahre Seminar. Schülerverzeichnis /
(Nach Urkunden bearb. von [Johannes] Ledroit)
Entstehung
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Nach dem Regime der Witwe Engel von 185568, übernimmt 1869 die Direktion die Führung derOeconomie wieder ſelbſt.

Während die frühere Oeconomin nach der Angabe der Seminar⸗ Direktion beſtändig behauptete nicht auskommen und darum auch nicht alles nach dem Wortlaute des Vertrages liefern und leiſten zu können, überſteigen im verfloſſenen Jahre die Einnahmen die Ausgaben um 744 fl. 16 kr. und ſind die Lehrer ſowie die Schüler, was bei der früheren Einrichtung nicht der Fall war, mit ihrer Verköſtigung wohl zufrieden, berichtet Direktor Glab. Haushälterin war damals Frl. Eliſabetha Wilz, der ihre Schweſter zur Seite ſtand. Weniger entzückt ſcheint Direktor Mühr von der eigenen Verwaltung der Küche geweſen zu ſein, denn er ſchließt 1877 mit der Haushälterin Frl. Wilz einen Vertrag über die ſelbſtändige Führung derOekonomie, woraus uns wohl die nachfolgen⸗ den Sätze beſonders intereſſieren:

Jeder Seminariſt erhält zum Frühſtück täglich eine Portion Kaffee und zwei Wecke a 3 Pfennige, zum Mittageſſen Suppe, ½ Pfund gutes Fleiſch und Gemüſe bis zur Sättigung..... Das Abendeſſen beſteht mit Ausnahme des Freitags und Samstags täglich aus Suppe, Fleiſch, reſp. Braten und Salat oder Kartoffeln, Freitags aus Suppe und Butter⸗ brod, Samstags aus 2 Taſſen Kaffee mit Zucker und vier Wecken a 3 Pfennig oder Butterbrod Brod iſt für jeden Seminariſten täglich auf ein Pfund feſtgeſetzt. Dafür erhält dieOeconomin 86 Pfennig täglich. Da kann man einmal mit Recht von derguten alten Zeit reden.

Im Jahre 1898 kündigt Frl. Wilz wegen Alters und Krankheit ihrer Schweſter, die ihr zur Seite ſtand, den Vertrag: Die wegen ihrer Tüchtig⸗ keit allgemein beliebte Dame erhielt dann auf Antrag der Direktion das Allgemeine Ehrenzeichen mit der AufſchriftFür langjährige treue Dienſte. Nach ihrem Ausſcheiden übernimmt die Direktion die Ver waltung der Küche wieder ſelbſt. Man ſieht, das alte militäriſche ö Wort:Die Kriegskunſt iſt veränd derlich läßt ſich auch auf andere Verhältniſſe übertragen. Der Haus⸗ hälterin ſteht von nun an ein Ma⸗ terialverwalter in Perſon eines Hilfslehrers zur Seite. Nachfolgerin der Frl. Wilz wurde 1898 Frl. Babette Keil; ihr folgte 1900 Frl. Chriſtina Jäger und 1904 Frau Franziska Mayer als Haushälterin.

Als das Seminar 1914 teil⸗ weiſe zum Lazarett eingerichtet und hierzu die Küche benötigt wurde, ſchloß die Direktion mit dem Ho⸗ telier Heimberger vomDeutſchen Haus einen Vertrag, wonach dieſer die Seminariſten für Mk. 1.50 täg⸗. lich verköſtigen ſollte. 1915 ward Bensheim: Partie am Rinnentor